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Philharmonie Berlin - Wiener Philharmoniker unter Daniel Barenboim

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Die Festtage der Staatsoper locken alljährlich nicht nur die Konzert- und Opernliebhaber nach Berlin – auch die Akteure kommen gerne wieder. Zum vierten Mal in Folge waren die Wiener Philharmoniker zu Gast.

Sie haben immer noch einen ganz speziellen Klang, und immer noch nur sechs Frauen auf der Bühne. Sie schöpfen mehr als andere Orchester bei Mozart aus einer Art DNA. Daniel Barenboim stachelt sie in der Haffner Sinfonie zu großer Theatralik an, lebendig, prall, sinnlich. Ganz anders als vor ein paar Wochen Kirill Petrenko, der die Musik als pralles, geschliffenes, fast zwanghaftes Puppentheater inszenierte.

Bei Schönbergs Kammersinfonie konnte man die solistischen Positionen des Orchesters einmal ganz isoliert erleben – ein seltener Genuss! Es klang unterhaltsam, ja, Schönberg kann sehr unterhaltsam sein! Und es fand sich viel Richard Strauss in dieser Musik!

Leider wurde es doch etwas breiter, traditioneller und zu sehr in der DNA verhaftet in Mozarts Jupiter-Sinfonie. Alles natürlich locker und gekonnt und so natürlich fließend, wie es vor allem dieses Orchester kann. Aber etwas mehr von der früheren Sinfonie hätte dieser Interpretation gut getan.

Clemens Goldberg, kulturradio

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