Phantasm © Marco Borggreve
Marco Borggreve
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Musikfestspiele Potsdam Sanssouci - Phantasm: "Smoke on the water"

Bewertung:

Consort! Phantasm verwirklicht dieses Ideal in atemberaubender, tief berührender Weise. Ein besonderer Abend!

Die Kunst des Zusammenspiels in einem Gambenconsort ist mit einem Streichquartett zu vergleichen, aber man muss noch mehr als in dieser späteren Literatur auf einem Atem spielen und doch individuell bleiben. Es entsteht im Bestfall eine wunderbare Schwebe, ein beseeltes Spiel des stillen und expressiven Einverständnisses: Consort! Phantasm verwirklicht dieses Ideal in atemberaubender, tief berührender Weise. Im älteren Teil des Programms konnte eine noch streng kontrapunktische Messe ohne Worte von William Byrd doch die tiefe Religiosität des Katholiken im feindlichen protestantischen Umfeld vermitteln. Aufgehellt dann die Atmosphäre bei Ferrabosco, eine lichte Fantasie.

Gipfelpunkt des Consortspiels

Ein Höhepunkt und auch Endpunkt dieser goldenen Phase des Gambenconsorts stellen die Fantasien von Purcell dar. Wie hier zugleich virtuos und tiefgründig musiziert wurde, kann man nur als sensationell bezeichnen. Die Variabilität der Bogenführung, das Heraustreten und wieder sich Einordnen der einzelnen Stimmen, die Erfahrung plötzlicher Homophonie, die schillernde Harmonik, die zwar noch kontrapunktisch ist aber doch weit in die Zukunft weist, all das war Gipfelpunkt des Consortspiels. Am berührendsten aber die Zugabe, eine Pavane von John Jenkins. Es schien fast so, als sei dieser Abend auch für Phantasm etwas Besonderes gewesen.

Clemens Goldberg, kulturradio

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