Ludovic Morlot; © Lisa-Marie-Mazzucco
Ludovic Morlot; © Lisa-Marie-Mazzucco | Bild: Askonas Holt Download (mp3, 5 MB)

Philharmonie Berlin - Berliner Philharmoniker und Joyce DiDonato

Bewertung:

Dieser Einspringer erwies sich als ein großer Glücksgriff: Ludovic Morlot.

Schon in Ravels "Ma Mère l'Oye" war sofort ein raffinierter, sensibler, exquisiter Klang zu hören, wie er auch von diesem Orchester nicht selbstverständlich ist. Man traf zusammen genau die richtige Balance zwischen kindlicher Erzählung, Zerbrechlichkeit, Nostalgie und Sehnsucht nach Unschuld. Besonders schön das Duo zwischen der Schönen (Andreas Ottensamer, Klarinette) und dem Biest (Václav Vonášek, Fagott).

Ganz ohne Bühnennebel und sich windendem Tänzer wie bei ihrem Soloauftritt vor zwei Wochen konnte man Joyce DiDonato als große Tragödin erleben, die das alles nur durch ihre Stimme bewirkt: eine Szenerie, ein Schicksal, Liebe und Tod Kleopatras, bevor sie sich vergiftet. Das ging unter die Haut und war mehr als Gesangskunst, Lebensdarstellung. Auch hier war das Orchester facettenreicher, sensibler, auch offenbar von DiDonato faszinierter Partner.

Ein wahres Feuerwerk an Farben und Szenerien entwarf Morlot mit dem Orchester in Strawinskys ursprünglicher Fassung des "Feuervogels". Auch hier bestechende Soli, gute Dramaturgie, plastische Erzählung und viel Raumwirkung.

Ein Höhepunkt in dieser Saison. Bitte bald wieder Ludovic Morlot einladen!

Clemens Goldberg, kulturradio

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