Robin Ticciati; Foto: Marco Borggreve
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Philharmonie Berlin - Deutsches Symphonie-Orchester Berlin unter der Leitung von Robin Ticciati

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Robin Ticciati wollte mit diesem Konzert die ganze Bandbreite der Möglichkeiten des Ensembles darstellen. Ist es ihm gelungen?

Zu Giovanni Gabrielis Bläser-Echos aus Venedig und den eigentlich für Gamben-Consort geschriebenen Fantasien von Purcell braucht es eigentlich keinen Dirigenten. Die Bläser offenbar mit großer Freude und modernem Blechbläserklang spielten von der Empore, die sämig innigen Streicher ebenfalls hinten und erhöht sitzend.

Manches geht bei letzterem mit diesem Instrumentarium verloren (z. B. viele Finessen der Harmonik). Aber diese herrliche Musik überhaupt in diesem großen Saal zu hören ist schon wertvoll genug.

Noch zu gezählt

Dann zum Kernbereich des Deutschen Symphonie-Orchesters: zeitgenössische Musik. So intensiv und bewundernswert ganz in der Musik der Konzertmeister Wei Lu musizierte, so erreichten die Loops, Pfade und Reigen von Thomas Adès' Violinkonzert im Austausch mit dem Orchester nicht die nötige Freiheit und rhythmische Schwingung. Viel war noch zu gezählt, manches mehr synchron als zusammen.

Schade, dass es keine zweite Aufführung gibt, denn das Stück wäre es wert!

Ein Paradies auf Erden erzählte uns Ticciati mit dem Orchester in Mahlers 4. Sinfonie. So licht, so anmutig, so bezaubernd, so innig! Dirigent und Orchester waren sich einig und man darf hier noch viel erwarten. Besonders bestach hier die flexible Tempogestaltung, die Agogik. Und wie unvergesslich der herrliche Gesang der Celli am Anfang des 3. Satzes, wie beeindruckend die inspirierte Führung und die Soli des Gast-Konzertmeisters Gregory Ahss! Eine der Stellen ist unbesetzt – das DSO könnte sich glücklich schätzen, diesen Konzertmeister zu gewinnen.

Schließlich noch ein Blick ins himmlische Paradies. Mahler hat ihn leicht ironisch aber auch kindlich innig gestaltet. Hanna-Elisabeth Müller glückte diese Balance zu 80 Prozent, aber das ist auch schon eine Leistung.

Clemens Goldberg, kulturradio

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