Staatsoper im Schillertheater (Quelle: Thomas Bartilla)
Thomas Bartilla
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Staatsoper im Schiller Theater - "Infektions-Kammer" mit Claudia Stein (Flöte) und Tamara Stefanovich (Klavier)

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Das Staatsopern-Festival für neues Musiktheater INFEKTION! ist in seinem siebten Jahr und wieder geht es darum, die Zuschauer mit unmittelbar Zeitgenössischem zu infizieren. Gestern waren unter dem Titel "Infektions-Kammer" die Flötistin Claudia Stein und Tamara Stefanovich am Klavier zu erleben. Auf dem Programm standen u.a. Werke von Oliver Messiaen, Tristan Murail und Pierre Boulez.  

Wie selten hört man doch ein Flöten-Recital, und wie schade, denn dieses war wirklich "ansteckend". Claudia Stein verwandelt sich in eine intensive Schamanin, wenn sie die fünf "An-Singungen" Jolivets berauschend und betörend realisiert. Phasen des Lebens, die jeweils erstaunlich begleitet werden, der Tod am freudigsten!

Intuitive Gemeinsamkeit der Musikerinnen

Hinzu kommt noch eine kongeniale Pianistin, Tamara Stefanovich. Schon bei Messiaens Vogel-Kompositionen, bei denen die Amsel und ein menschlicher Gesang langsam verschmelzen, war die intuitive Gemeinsamkeit der Musikerinnen zu bewundern. Allein erweckte Stefanovich den Großen Brachvogel an der bretonischen Küste zum Leben, vermittelte aber auch die metaphyische Vermittlung, die Messiaen mit den Vögeln vorschwebte.

Große Freude

Die höllisch vertrackte frühe Sonatine von Pierre Boulez klang noch etwas nach dem Meister Messiaen, zeigte aber schon den Weg in die serielle Phase des Komponisten. Allerdings ohne verkopft zu wirken, sondern geradezu jazzig, dann wieder ein vertrackteres Innenleben zeigend. Die Musikerinnen durften sich zu Recht über ihr gemeinschaftliches Husarenstück an Virtuosität und Intensität freuen. Wir mit ihnen!

Clemens Goldberg, kulturradio

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