Konzerthaus Berlin, Quelle: Colourbox
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Young Euro Classic - Colombian Youth Philharmonic unter Andrés Orozco-Estrada

Bewertung:

Die Colombian Youth Philharmonic als Vorglühen zu Young Euro im Sommer legt die Latte denkbar hoch.

Unter der sehr inspirierten und engagierten Leitung von Andrés Orozco-Estrada entführen sie uns zuerst in den Dschungel, durch den Choräle wabern. Jimmy Opel entwirft ein rauschhaftes Bild des "wilden Amerika", Vogelstimmen und Muscheltöne inklusive.

Atmosphärisch

Juanita Lascarro besitzt eine vielfarbige, wunderschöne Stimme. Sie ist bei den Liebesliedern Jaime Leóns und Strauss Liedern über die Liebe zwar engagiert dabei, aber ihr fehlt etwas sehr Wichtiges: die innere Anteilnahme, die sich auch vermittelt, das Verschmelzen mit dem Ich der dargestellten Personen. Auch hier begleitet das Orchester fein, gut gestaffelt und atmosphärisch.

Bereichernd

Der sensationelle Höhepunkt dann aber eine Version des "Sacre", die erst einmal skeptisch stimmt: die Orchestermitglieder werden zu "Tänzern", dazu noch Video-Projektionen. Was dann folgt ist überzeugender als manches Ballett: die ungeheuer engagierten jungen Musiker haben ja eigentlich genug mit Spielen und Zählen zu tun, aber in den "Pausen" und manchmal auch spielend werden sie zu Akteuren dieser Ballettmusik, die einen Mord zum Inhalt wird. Wie die Masse Orchester zu ekstatisch gewaltbereiter, verschworener Gemeinschaft im Blutrausch wird, das konnte man hautnah erleben. Nichts war hier billig oder plum illustrierend, alles genau in die Musik integriert, die Musik einmal tatsächlich bereichernd. Die Videoprojektionen dankenswerter Weise ganz dezent und hauptsächlich Licht und Farbe - gerne hätte man erfahren, wer die sehr professionelle Choreografie und die Lichteinfälle erfunden hat

Clemens Goldberg, kulturradio

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