Young Euro Classic: Chor und Orchester der Elisabeth University of Music, Hiroshima © Kai Bienert | MUTESOUVENIR
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Konzerthaus Berlin - Young Euro Classic: "Chor und Orchester der Elisabeth University of Music, Hiroshima"

Bewertung:

Die Musiker präsentieren "Sternlose Nacht" des japanischen Komponisten Toshio Hosokawa. Er schrieb das Werk 2010 zur Erinnerung an die Bombenabwürfe im Zweiten Weltkrieg auf Hiroshima und Dresden.

Die Auftraggeber der Frauenkirche Dresden werden nicht schlecht gestaunt haben, als die Toshio Hosokawas "Sternlose Nacht" erhielten. Es sollte ein Oratorium im Gedenken an den 200. Geburtstag von Haydns Schöpfung sein. Stattdessen: Dresdner Feuersturm und Hiroshima, dazu vier Jahreszeiten Gedichte von Trakl, die in dieser Kombination fast unheimlich surreal wirkten. Das Orchester aus Hiroshima und vor allem der exzellente Chor interpretierten dieses auch durch Rezitationen von Berichten aus Dresden harte Stück sehr eindringlich. Besonders wirksam solistische Zwischenspiele von Altflöte und Schlagzeug. Dass der Mensch einerseits so fantastische Kompositionen schaffen und interpretieren kann, andererseits aber offenbar die Menschheit auf Selbstzerstörung programmiert ist, ist von hoher Aktualität.

Ein zwiespältiger Abend

Eine sehr gute Idee war zu Hosokawa Beethovens "Meeresstille und glückliche Fahrt" zu gruppieren. Die Stille vor dem Sturm und das "wir sind noch einmal davongekommen" wurden mustergültig intoniert, allerdings auch irgendwie trainiert. Die jungen Musiker aus Japan machten das ganze Konzert über unheimlich ernste Gesichter, es schien sich eher um ein Ritual zu handeln. Spielfreude wollte sich eigentlich nie einstellen. Da schienen auch die eifrigen Gesten von Jonathan Stockhammer seltsam verloren. Besonders drastisch fiel das in Schuberts "Unvollendeter" auf, wo jede geistige oder seelische Tiefenwirkung an mechanischer, freudloser Umsetzung scheiterte. Ein zwiespältiger Abend

Clemens Goldberg, kulturradio

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