Daniel Barenboim und die Staatskapelle Berlin © Holger Kettner
Holger Kettner
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Philharmonie Berlin - Musikfest Berlin | Eröffnung - Staatskapelle Berlin unter der Leitung von Daniel Barenboim

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Bruckners monumentale 8. Sinfonie stand als großes Eingangstor zum Musikfest 2017. Allerdings ist es mehr als andere Bruckner Sinfonien ein bruchstückhafter Koloss.

Der in der 1. Fassung noch triumphale Schluss des 1. Satzes ist in der 2. Fassung ein Verhauchen, laut Bruckner der Hauch des Todes. Dem stehen opulente, sinnliche Passagen gegenüber, etwa das Trio des Scherzos, das eigentlich 3 Harfen aufweist, rätselhafter Weise bei der Staatskapelle aber nur zwei im Einsatz hatte.

Klangereignisse ohne Konfliktpotential

Bewundernswert, wie Daniel Barenboim auswendig und mit großer Überlegenheit einen übergeordneten Zug in die so disparaten Klangereignisse bringt. Am Konfliktpotential zwischen depressiven Zügen und äußerlich gewaltsamer Triumphalik hat er allerdings kein Interesse. Jede Gelegenheit zu pathosgeladener Melodik wird sämig und süffig genutzt, das Orchester bietet ihm natürlich diesen Klang in unnachahmlicher Weise. Diese Affirmation ist teilweise so stark, dass das Stück platter als nötig wirkt.

Ein 'Bruckner-Orchester' ohne radikalen Zugriff

Andererseits bieten sich herrliche Gelegenheiten zu intimeren Soli, die Blechbläser sind eine Klasse für sich, das Orchester ist ein Bruckner-Orchester par excellence. Ein Kollege sagt beim Herausgehen: “Ich fürchte, dieses Stück ist doch schlecht.“ Das ist natürlich ungerecht, aber ein radikalerer Zugriff hätte den Kollegen vielleicht umgestimmt.

Clemens Goldberg, kulturradio

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