Justin Doyle © Gregor Baron
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Pierre Boulez Saal - Musikfest Berlin | Monteverdis "Marienvesper"

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Große Leidenschaft, jungenhafter Charme - Justin Doyle stellt sich als neuer Chef beim RIAS-Kammerchor vor.

Monteverdis "Marienvesper" ist eigentlich eine Sammlung von mindestens drei solcher Gottesdienste, dazu noch mit "Concerti", die auch privat und vor allem für fürstliche Gemächer bestimmt waren. Im Boulez Saal entschied man sich dafür, diese Sammlung z. T. für die Zeit avantgardistischer Psalmen und Concerti um weitere instrumentale Stücke zu erweitern. Dadurch entstand ein großes, opernhaftes Theaterstück, eine mögliche Lösung

Im Boulez Saal konnte man zudem gerade für die solistischen Concerti auf die räumliche faszinierende Akustik zurückgreifen. Während Dorothee Mields und Hannah Morrison diese Concerti fein und stilecht sangen, tendierte Andres Staples zu opernhaft romantischem Pathos ohne wirklich zu einer Sprachdeutung zu kommen, während Thomas Hobbs insgesamt blass blieb

Von großer Leidenschaft beseelt

Aber natürlich war man vor allem gespannt auf den Neuen, Justin Doyle als neuer Chef beim RIAS-Kammerchor. Er ist von großer Leidenschaft beseelt, mit jungenhaftem Charme und ursprünglicher Freude am Musizieren. Der Chor sollte aus der Komfortzone heraus, was nicht immer alle Mitglieder zu überzeugen schien. Die Klangwirkungen des Chors im Zentrum des Saales sind massiv, man kann es mögen, aber auch zu viel finden. Auch hier wirkte der Chor am schönsten, wenn er auf die Emporen geschickt wurde. Es wird in jedem Fall ein spannendes Verhältnis zwischen Chor und Chef werden! Unstrittig ist jedoch, dass der Boulez Saal sich auch als Spielstätte für sog. Alte Musik bestens eignet.

Clemens Goldberg, kulturradio

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