Eduardo Strausser; © Charles Brooks
Charles Brooks
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Philharmonie Berlin - Eduardo Strausser dirigiert das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin

Bewertung:

Mit Verve und Mut: Eduardo Strausser vertrat Robin Ticciati, den erkrankten Chefdirigenten des DSO.

Es ist die Chance, die eine Karriere ausmachen kann: bisher nur kleine Orchester dirigiert haben, zwei Jahre eines in São Paulo, 32 Jahre alt, und dann der Anruf: Robin Ticciati hat der Rücken ereilt nach der Generalprobe. Einspringen, heute Abend! Vielleicht eine kurze Anspielprobe, eventuell Rücksprache mit Ticciati, eventuell seine Partitur benutzen … Eduardo Strausser ergriff die Chance mit Verve und Mut.

Bachs Orchester-Ouvertüre D-Dur kann man auch ohne Dirigenten schaffen, allerdings waren hier offenbar sehr viele Details speziell eingeprobt. Strausser schien alle zu kennen, langsam fasste man gegenseitiges Vertrauen.

Isabelle Faust zu Gast im kulturradio; Foto: gb
Isabelle Faust bei einem Besuch im kulturradio; © Gregor Baron

Bei Schumann wird das schon viel schwieriger. Isabell Fausts Präsenz und Aura half aber sehr, dass auch hier die vorgeprobten Details überzeugend rüberkamen (auch wenn man gerade über diese Interpretation streiten konnte!). Faust schien anfangs noch nicht ganz frei, aber langsam kam der spezifische Ton ins Fliegen. Wunderbar gelang der langsame Satz, für den allein sich dieses etwas problematische Konzert schon aufzuführen lohnt.

Mozarts Jupiter-Sinfonie schließlich: fast wie von einem Originalklang-Orchester gespielt, ungeheuer theatralisch, wunderbar lebendig. Das Umschalten von einem extremen Zustand in den anderen – alles gelang hervorragend.

Strausser erlebte offenbar den Moment seines Lebens, die beste Jupiter-Sinfonie seit langer Zeit!

Clemens Goldberg, kulturradio

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