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Über 20 Kammermusikensembles gibt es unter den Berliner Philharmonikern. Eines davon ist das Philharmonische Streichquintett Berlin. Gegründet hat es sich 2007, jetzt ist die erste CD mit Werken von Antonín Dvorák erschienen.
Streichquintett mit Kontrabass
Zusätzlich zum Streichquartett hat sich das Philharmonische Streichquintett für einen Kontrabass entschieden. Eine ungewöhnliche Besetzung, die kaum Möglichkeiten für originale Werke lässt. Bei Dvoráks Streichquintett op. 77 ist das Philharmonische Streichquintett da an der richtigen Adresse, denn hier ist der Kontrabass ausdrücklich erwünscht. Entsprechend orchestral ist der Klang und auch das Cello wird durch den Bass von seiner ursprünglichen Begleitfunktion entlastet und kann sich nun auch als schillerndes Melodieinstrument einbringen.
Fragwürdiges Konzept
Neben dem Nocturne op. 40 hat das Quintett auch den zweiten Satz des Streichquintetts op. 97, das im Original zwei Bratschen vorsieht, für seine Besetzung umgeschrieben. Eine wunderbare Entscheidung, denn auch hier kommt die sinfonische Klanglichkeit vollkommen zum Tragen. Warum hier nicht gleich das gesamte Quintett eingespielt wurde, bleibt allerdings fraglich. Platz für das rund halbstündige Werk hätte es reichlich gegeben. So endet die CD mit einem delikaten Appetithappen, der den Hörer etwas hungrig zurücklässt.
Mitreißende Spielfreude und technische Brillanz
Neben der erwähnten Klanglichkeit überzeugen hier vor allem die klare und brillante Technik und die hörbare Freude am Spiel: zupackend und überaus rhythmisch. Das kommt besonders den volksliedhaften Elementen bei Dvoráks op. 97 zugute, die das Quintett in einem rauschhaften Freudentaumel, doch immer mit genügend Bodenhaftung, hochleben lässt.
Unvorteilhaft für den interessierten Bookletleser ist die fehlende Quintettbiografie. Hier wird auf die labeleigene Homepage verwiesen, nur um dort festzustellen, dass man bei PentaTone einfach die Biographie von der Seite der Berliner Philharmoniker übernommen hat. Die Druckkosten für diese Information hätte man sich schon noch gönnen sollen. Alles in allem aber eine großartige Aufnahmen.
Ulrike Klobes, kulturradio