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Fantasie über polnische Themen für Klavier und Orchester A-Dur, op. 13

Nuria Rial: Telemann (Montage rbb)

Fr 13.01.2012

CD

Nuria Rial singt Opernarien von Telemann

Bewertung: großartig

3600 Werke umfasst das Gesamtwerk Georg Philipp Telemanns; es auszumessen ist eine Aufgabe für Generationen von Musikern und Wissenschaftlern. Lange galt er bestenfalls als Komponist gediegener barocker Hausmusik, dann entdeckte man in Konzerten und Suiten seine stilistische Originalität und klangliche Sensibilität. Seit einiger Zeit wagt man sich zunehmend auch an die Oratorien und Opern heran.

Schlafmusik - miut sanftem Hauch

Telemann war kein Händel, nicht der Mann des kontrastreichen, markanten Auftritts. Aber er pflegte auch ein anderes, leichteres Operngenre. Dass es dort manches zu entdecken gibt, zeigt die neue CD der katalanischen Sopranistin Nuria Rial mit Arien aus Telemanns Opern. Gleich die Eröffnungsnummer „Komm, o Schlaf, und lass mein Leid“ aus der nur noch in einzelnen Arien erhaltenen Oper „Germanicus“ hat das Zeug zu einer neuen barocken Lieblingsnummer. Schlafmusiken gibt es im Barock zuhauf, aber kaum eine von so liedhafter Anmut: Dieser Schlaf kommt nicht wie meist mit dem Gewicht des Trostes, sondern als sanfter Hauch – und rührt gerade dadurch unwiderstehlich an.

Abwechslungsreich
Nuria Rials Arien-Auswahl besticht durch Vielfalt der Charaktere. Elegisches, Schmachtendes, Verzweifeltes findet sich ebenso wie Heiteres, Charmantes oder Keckes – und immer bringt Telemann den Affekt auf den Punkt. Erstaunlich wie seine Ausdruckskraft eine Gestalt und eine Situation psychologisch zu durchdringen versteht. In „Mich tröstet die Hoffnung“ aus dem „Geduldigen Socrates“ fasst Telemann den Zwiespalt zwischen Hoffnung und Zweifel durch das Nebeneinander der eher elegisch weitgespannten Singstimme und eines extrem virtuosen Blockflötenparts – hier gespielt von Maurice Steger. Wenn diese gegensätzlichen Stränge plötzlich abreißen, ist das ein expressiver Effekt von ungeheurer Wirkung.

Sicher, drucklos und geschmeidig
Insgesamt spielt das Kammerorchester Basel eher routiniert als fantasievoll, als Begleitung ist das immer noch akzeptabel – und lenkt von der ungeheuren Stimmkultur Nuria Rials auch nicht ab. Ihr lyrische Sopran läuft so geschmeidig, so drucklos, ist so sicher in Intonation und Koloraturen, dass man erst einmal fast benommen zuhört. Auch sprachlich hat man nie den Eindruck, einer Spanierin zuzuhören. Dann bemerkt man erst, mit was für einem stilistischen Gespür die 36jährige Sängerin ans Werk geht, wann sie stärker deklamiert, wann sie die Stimme scheinbar einfach laufen lässt oder wo sie kleine Portamenti anbringt.

Eine wunderbare Bereicherung
Selbst in einem passionierten Stück wie dem lustvoll chromatischen „Meine Tränen werden Wellen“, in der man vielleicht eine dramatische Stimme wie die von Simone Kermes vorziehen würde, weiß sie sich zu helfen, um zumindest in die Nähe des geforderten leidenschaftlichen Tons zu kommen. Aber auch solche kleinen Einwände schmälern den Rang dieser CD nicht. Sie ist eine wunderbare Bereicherung jeder Telemann-Diskografie.
Peter Uehling, kulturradio

© Rundfunk Berlin-Brandenburg

http://www.kulturradio.de/rezensionen/cd/2012/telemann__opernarien.html

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