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Frédéric Chopin
Fantasie über polnische Themen für Klavier und Orchester A-Dur, op. 13

The Lehár Gala from Dresden (Montage rbb)

Mi 25.01.2012

CD

Thielemann: The Lehár Gala from Dresden

Bewertung: annehmbar

Nachdem die ursprünglich vorgesehenen Stars dieser Lehár-Gala zu Silvester, Anna Netrebko und Erwin Schrott, abgesagt hatten, standen Christian Thielemann und die Staatskapelle Dresden vor einem Operetten-Scherbenhaufen. Sie behalfen sich mit einem Lehár-Potpourri mit dem (bereits ursprünglich vorgesehenen) Piotr Beczala sowie mit Angela Denoke (die tatsächlich vor allem in einer Oscar Straus-Zugabe überzeugt) und der rumänisch-schweizerischen Sopranistin Ana Maria Labin. Eine Notgeburt, Flickwerk, dem man indes zugute halten muss, dass auf diese Weise unbekanntere Lieder und Titel aus „Zigeunerliebe“, „Eva“, „Schön ist die Welt“, „Giuditta“ und dem „Zarewitsch“ erklingen können. Und, dass Christian Thielemann Gelegenheit erhält, sich an diesem Repertoire als vorzüglicher Leichtnehmer der Operetten-Welt zu bewähren.

Dem Dirigenten schlägt ein Herz aus Gold
Wie bei zahlreichen Wagner-Dirigenten vor ihm, schlägt auch bei Thielemann unter einer rauen Wagner-Schale offenbar ein Herz aus Gold. Der Walzer-Motor der „Wilden Rosen“ oder des „Graf von Luxemburg“-Intermezzos kriegt Thielemann langsam, aber erfolgreich in Schwung. Er versteht es, die Musik herrlich strömen und mächtig tänzeln zu lassen. Und weckt in der Staatskapelle Dresden süffige Detailfinesse und innere Bewegtheit, die durchaus begeistern.

Die Sänger klingen glasig-nasal
Enthielte die CD nur mehr als die bloß fünf von Thielemann dirigierten Instrumental-Walzer, Polkas und Ballettmusiken! Die Sänger nämlich verbreiten nicht viel mehr als eine klägliche Kunde über den Stand des heutigen Operettengesangs. Früher war derlei Sache ausgebuffter Fachkräfte – von Fritzi Massary bis Esther Rethy, von Hubert Marischka bis Johannes Heesters. Dagegen hat Angela Denoke als Lisa im „Land des Lächelns“ oder als Anna Elisa in „Paganini“ (der Operette, aus der hier die meisten Titel stammen) dank glasig-nasaler Vokalzuspitzungen ihre liebe Mühe. Ana Maria Labin ist kaum ein vollgültiger Netrebko-Ersatz. Nur Piotr Beczala schüttelt die tenorale Schmalzlocke gekonnt; aber Operetten-Tenöre müssen ja auch nicht unbedingt komisch sein.

Pantoffel-Wunschkonzert

Für Christian Thielemann als einem der potentiell besten lebenden Operetten-Dirigenten würde man ohne weiteres die Höchstpunktzahl vergeben. Für die Sänger dagegen nur drei K’s. Und für die Dramaturgie auch nur drei. Eine große Operetten-Zukunft kündigt diese CD nicht wirklich an. Zu sehr erinnert das Programm an Opas Pantoffel-Wunschkonzert. In Pantoffeln aber lässt sich schwer tanzen!
Kai Luehrs-Kaiser, kulturradio

© Rundfunk Berlin-Brandenburg

http://www.kulturradio.de/rezensionen/cd/2012/thielemann__the_lehar.html

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