CD-Cover: "Objets trouvés" - Werke für Akkordeon und Zither, Montage: rbb
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Kammermusik - "Objets trouvés" - Werke für Akkordeon und Zither

Bewertung:

Akkordeon und Zither ergeben nicht nur in der Volksmusik ein perfektes Paar. Auch in der etwas erweiterten Klassik passen sie bestens zusammen. Ein alpenländisches Duo überrascht mit der ungeahnten Schönheit kleiner Fund-Stücke von Dowland bis Cage.

Bei einer Operninszenierung in Schwetzingen haben sich die beiden Musiker vor drei Jahren kennengelernt und erst nach langem Experimentieren ihr Duo begründet. Die Akkordeonistin Viviane Chassot stammt aus Zürich und hat bereits mehrere Komponisten dazu angeregt, für ihr Instrument zu schreiben. Im Bereich der älteren Musik hat sie schon Musik von Rameau und Haydn für sich eingerichtet. Immerhin bekam sie dafür auch Lob von Alfred Brendel.

Der Zitherspieler Martin Mallaun aus dem Tirol hat unter anderem bei Lautenisten wie Hopkinson Smith gelernt und ist auch als Biologe im Klimaschutz tätig. Er ist ein Entdeckergeist zwischen Volksmusik und Elektronik.

Auf ihrer Suche nach Stücken für ihre Besetzung sind die beiden Musiker sowohl im Barock als auch in der Moderne fündig geworden. Gemeinsam ist den Stücken ein innerer Bezug zur Volksmusik, sei es eine Musette bei Couperin oder Balkansound bei Ligeti. Die Zusammenstellung lebt von immer neuen Überraschungsmomenten. So folgt auf eine sehr leise und innige Improvisation über Cage ein schleichender Tango von Piazzolla.

Insgesamt eher ruhig gehen die beiden Musiker behutsam aufeinander zu und spinnen ein feines Netz ihrer gegensätzlichen Klangmöglichkeiten. So erscheint Dowland mit erhabener Trauer und Ligeti mit freundlichem Witz. Es begegnen sich mehr als zwei Welten auf kleinstem, aber feinstem Raum.

Dirk Hühner, kulturradio

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