"Sacred Treasures of England" ©Montage: rbb
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The London Oratory Schola Cantorum Boys Choir - "Sacred Treasures of England"

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Der von Charles Cole geleitete Oratory Schola Chor präsentiert auf dieser CD einen Ausschnitt aus der liturgischen Musik Englands.

In der Londoner Oratorianerkirche im Stadtteil Brompton kann man an jedem Samstagabend um 18.00 Uhr den Chor der "London Oratory School" erleben. Die Sänger im Alter zwischen 8 und 18 Jahren besuchen die katholische Schule der Oratorianerkirche und sind Mitglieder der "Schola Cantorum". Eine Chorschule, die junge Sänger auf hohem gesanglichen Niveau ausbildet, vergleichbar dem Berliner Staats- und Domchor, den Regensburger Domspatzen oder dem Thomanerchor in Leipzig.

Liturgie

Das Programm der CD präsentiert einen Ausschnitt aus der liturgischen Musik, wie sie heute in den katholischen und auch in den anglikanischen Kirchen Englands im Gottesdienst von den Chören gesungen wird: Motetten wie "O Nata Lux"  und "Salvator mundi" von Thomas Tallis oder auch "Ave Maria" von Robert Parsons. Komponisten, die wie William Byrd oder Christopher Tye in der Tudor-Ära, in der Zeit von Königin Elisabeth I. für den Gottesdienst komponiert haben.

Klarheit

Im vorzüglichen Gesamtklang der London Oratory Schola harmonieren die verschiedenen Stimmlagen mit den hervorragenden Einzelstimmen, die auch als Solisten oder Vorsänger zu hören sind: klare Soprane und schon leicht abgedunkelte Altstimmen, strahlende Jung-Tenöre und sehr solide Bässe - obwohl die ältesten Sänger erst 18 Jahre alt sind! Von der leuchtenden Höhe bis in die tiefen Register erreicht dieser von Charles Cole geleitete Chor das volle Klangspektrum, das für diese vielstimmige Musik unverzichtbar ist.

Filmmusik

Bereits vor dieser Debüt-CD konnte man den Gesang der London Oratory Schola auch schon in großen Kinofilmproduktionen erleben, etwa in der Musik von John Williams zum Film "Harry Potter und der Gefangene von Askaban". Dort kann man die Londoner Jungen dann auch englisch singen hören, während auf der neuen CD durchgängig lateinisch gesungen wird.

Vielfalt

Das Zentrum der "Londoner Schola Cantorum", hier lässt Chorleiter Charles Cole keinen Zweifel, ist und bleibt aber die liturgische Musik, die sich in englischen Kirchen in einer lebendigen Vielfalt präsentiert. Einen beeindruckenden Ausschnitt daraus präsentiert dieses hervorragend aufgenommene und zusammengestellte Album, das den Auftakt zu einer umfangreichen Edition bilden soll. Durchaus denkbar, dass der Chor dann auch Musik von Johann Sebastian Bach und Claudio Monteverdi aufnehmen wird.

Hans Ackermann, kulturradio

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