Syzmanowski & Franck © audite / Montage: rbb
Bild: audite / Montage: rbb

Kammermusik - "Syzmanowski & Franck" - Werke für Violine und Klavier

Bewertung:

Preiswürdig - Franziska Pietsch und Detlev Eisinger bringen mit ihrer neuen CD den Umbruch einer Jahrhundertwende zum Ausdruck, lassen höchst spannende klangliche Kontraste hörbar werden - und sich zu kompromisslos schönen wie extremen Klängen beflügeln.

Auf ihrer neuen CD spielen die Geigerin Franziska Pietsch und der Pianist Detlev Eisinger Kammermusik von César Franck und Karol Szymanowski. Komponisten, die erst auf den zweiten Blick zusammenpassen: der französische Spätromantiker César Franck und der moderne Impressionist Karol Szymanowski, der genau 60 Jahre nach Franck im Jahr 1882 geboren wurde.

Die Werke dieser beiden Komponisten liegen allerdings vom Entstehungsjahr einigermaßen nahe beieinander: Francks Violinsonate A-Dur wurde 1886 als vollendetes Spätwerk komponiert, Szymanowskis experimentelle "Mythes - Trois Poems op. 30" und die "Romanze op. 23" sind Werke aus den Jahren 1910 und 1915.

Somit bringt die CD den Umbruch der Jahrhundertwende zum Ausdruck, lässt klangliche Kontraste hörbar werden, Kontraste zwischen Harmonie und Atonalität, Süße und Rauheit, Gefühl und Gedanke.

Kontraste

Der höchst spannende Kontrast zwischen der vollendeten romantischen Klangwelt Francks und der experimentellen Modernität Szymanowskis beflügelt  Franziska Pietsch und Detlev Eisinger zu kompromisslos schönen wie extremen Klängen.

Die Konsequenz, mit der  besonders Szymanowskis Musik die Geigerin in die Höhe treibt, muss eine Interpretin allerdings auch spieltechnisch zu tragen im Stande sein - was für die bei Ulf Hoelscher ausgebildete Franziska Pietsch kein Problem darstellt. Ebenso souverän vertritt sie mit ihrer "Testore"- Geige von 1751 die Rauheit als bewusste Klangentscheidung.

Gleichberechtigt

Beide Musiker musizieren auf höchstem Niveau und als gleichberechtigte Partner im jederzeit echten, aufeinander bezogenen künstlerischen Dialog. Geradezu greifbar werden die musikalischen Bewegungen, mal voneinander weg, dann wieder aufeinander zu - wunderbar wie Franziska Pietsch und Detlev Eisinger auch auf ihrer dritten gemeinsamen CD musikalisch immer wieder zusammenfinden.

Preiswürdig

Mit der Einspielung der drei Violinsonaten von Edward Grieg war das Duo Pietsch-Eisinger 2015 bereits für den Preis der Deutschen Schallplattenkritik nominiert. Das neue Album kann mühelos an den damals gesetzten Qualitätsstandard anschließen. Kaum vorstellbar, dass Kammermusik intensiver klingen kann, als auf dieser, in der Berliner Jesus-Christus-Kirche hervorragend aufgenommenen CD.

Hans Ackermann, kulturradio

Weitere Rezensionen

The Last Island © Delphian Records
Delphian Records

Kammermusik von Peter Maxwell Davies - The Last Island

Die letzten 40 Jahre seines Lebens hat der 2016 gestorbene britische Komponist Peter Maxwell Davies auf der Orkney-Insel "Sanday" verbracht. Unter dem Eindruck der rauen Insellandschaft im Norden Schottlands sind die meisten Kompositionen dieser CD entstanden.

Bewertung:
Paul Badura-Skoda spielt Schubert © RCA
RCA

Gesang - Paul Badura-Skoda spielt Schubert

Heute vor 90 Jahren wurde der Pianist Paul Badura-Skoda geboren. In Deutschland durchaus wohlbekannt, hat er sich trotzdem bei uns angeblich nie so richtig durchsetzen können. Warum nicht?

Bewertung: