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Eine musikalische Hommage an Martin Luther - "Davon ich singen und sagen will"

Bewertung:

"Davon ich singen und sagen will – Martin Luther und die Musik" heißt eine neue CD mit dem Bach-Chor Siegen, dem Johann Rosenmüller Ensemble sowie zahlreichen Solisten unter der Leitung von Ulrich Stötzel.

Auf dieser CD werden 200 Jahre protestantische Kirchenmusik beleuchtet. Dabei kommen neben den bekannten Komponisten wie Bach, Praetorius, Walter und Schütz Werke von eher unbekannten Meistern vor wie von Werner Fabricius, Hans Neusidler, Thomas Stoltzer und Lukas Osiander. Es sind Lieder und Werke von Komponisten, die um, mit und nach Martin Luther gewirkt haben. Den Höhepunkt der CD bildet die Kantate "Christ lag in Todesbanden" (BWV 4) von Johann Sebastian Bach.

Und die CD enthält nicht nur Gesungenes, sondern auch Instrumentalmusik. Dabei ist auch Lautenmusik, also Musik musiziert mit jenem Instrument, auf dem Luther ja recht virtuos gespielt haben soll.

Gelungene Interpretationen

Der Bach-Chor in Siegen ist ein engagierter und qualitätsbewusster Laienchor, der mit Profis zusammenarbeitet wie mit dem Leipziger Johann Rosenmüller-Ensemble, einem Originalklang-Ensemble. Alle Sänger und Musiker sind sehr engagiert dabei und lassen eine beschwingte Interpretation entstehen, die historisch informiert und weitestgehend homogen klingt.

Der Chor singt mit klarer Diktion und erstaunlich guter Intonation. Leider fehlt in der Höhe etwas der Glanz. Das Orchester spielt inspiriert und leichtfüßig. Es füllt seine Passagen überzeugend aus und gibt den Sängern eine gute Basis.

Die Solisten fügen sich in den Gestus der Interpretation ein, singen virtuos und stilistisch passrecht. Aber der gedeckelte Klang des Countertenors wirkt sich nicht gut auf den Gesamtklang aus. Insgesamt hat man den Eindruck, dass alle sehr freudig singen und musizieren, die Sängerinnen und Sänger sich aber zu viel am dynamischen Limit bewegen - mir fehlen dynamische Abstufungen. Und letztlich ermüdet dieser überengagierte Gestus auch den Zuhörer…

Schade ist auch, dass das Booklet außer den Grußworten von der Evangelisch-Lutherischen Kirche keinerlei Erläuterungen zu den Werken bietet. Man erfährt nicht, in welchem Zusammenhang die Musik denn nun mit Luther steht.

Astrid Belschner, kulturradio

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