Edvard Grieg: Streichquartette 1&2, Fuge EG 114 © Dabringhaus & Grimm | Montage: rbb
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Kammermusik - Edvard Grieg: "Streichquartette 1&2, Fuge EG 114"

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Das polnische Meccore String Quartet präsentiert auf seiner neuen CD eine kraftvolle Aufnahme von Griegs Streichquartett Nr. 1 op. 27. Außerdem auf dem Album: das unvollendet gebliebene Streichquartett Nr. 2 sowie eine Fuge, die der norwegische Komponist noch als Student in Leipzig komponiert hat.

Das erste Streichquartett von Edvard Grieg genießt zu Recht einen hohen Stellenwert im Gesamtwerk des norwegischen Komponisten, den man ansonsten mit seinen Orchestersuiten "Peer Gynt" und "Aus Holbergs Zeit", mit seinen Zyklen von "Lyrischen Stücken für Klavier" sowie mit dem Klavierkonzert op. 16.  in Verbindung bringt. Tatsächlich verdient gerade Griegs Kammermusik für Streicher höchste Aufmerksamkeit, was das polnische Quartett nun mit einer hervorragenden Aufnahme der Streichquartette unter Beweis stellt.

Herzblut

Der Name des Ensembles - Meccore - ist eine sprachliche Anverwandlung des italienischen  Ausdrucks "Mio cuore" - mein Herz - und das Herzblut, das die vier Musiker aus Warschau und Poznan bei ihrer höchst emotionalen Interpretation des ersten Streichquartetts vergießen, passt zur dokumentierten Bemerkung Griegs über sein 1877 komponiertes Werk:  "Mir gefällt das Gefühl, dass in diesem Werk Herzblut steckt, wovon die Zukunft hoffentlich mehr als nur einen Tropfen sehen wird."

Augenkontakt

Man könnte es kurios finden, dass die Musiker im Stehen spielen, tatsächlich ermöglicht gerade diese Spielposition dem Streichquartett neue Ausdrucksmöglichkeiten, erklärt Wojciech Koprowski, einer der beiden Geiger des Quartetts: "Im Stehen zu spielen gibt uns mehr Möglichkeiten des Ausdrucks. Außerdem erweitert sich der Klang und wir haben auch bessere Möglichkeiten, miteinander zu kommunizieren. Durch das Podest, auf dem unser Cellist sitzt, haben alle vier Musiker das gleiche Augenkontakt-Niveau".

Aufstellung

Bewegt, temperamentvoll, befreit und sehr selbstbewusst - sollten all diese auf der CD vernehmbaren Eigenschaften mit dem stehenden Spiel zu tun haben, dann wären auch andere Ensembles gut beraten, einmal über die "Aufstellung" der Musiker neu nachzudenken.

Hans Ackermann, kulturradio

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