Friedrich Kiel: Requiem © Rondeau | Montage: rbb
Bild: Rondeau | Montage: rbb

Gesang - Friedrich Kiel: "Requiem"

Bewertung:

Das Ensemberlino vocale hat unter der Leitung von Matthias Stoffels und zusammen mit Christina Bischoff, Sopran, Anja Schumacher, Alt, David Ameln, Tenor, Matthias Jahrmärker, Bass und Sua Baek, Klavierbegleitung, das Requiem in f-Moll von Friedrich Kiel herausgegeben.

Ein vergessenes Werk

Der nahezu vergessene Komponist war zu seiner Zeit ein anerkannter Mann. Er lebte in der Zeit von Brahms, Schumann und Wagner, und war in Berlin Komponist und Klavier- und Kompositionslehrer.

Dieses Requiem steht für diese Zeit. Man hört durchaus, dass Mozart sein Vorbild war, aber es weist schon weiter in Richtung Brahms, der sein "Deutsches Requiem" sieben Jahre später komponiert hat. Es ist ein ansprechendes, interessantes Werk, das mit seinen harmonisch kühnen Stellen abwechslungsreich komponiert ist und das nach ausdrucksstarker Interpretation verlangt.

Friedrich Kiel gelang damit sein Durchbruch als Komponist. Die Berliner Singakademie hat ihm aber die Einstudierung für die Uraufführung mit der Begründung abgelehnt, dass das Werk harmonisch zu kühn und gesanglich zu schwierig sei.

Die hier eingespielte Klavierfassung geht auf die von Julius Stern dirigierte Klavierfassung zurück, die bei den so genannten "stillen  Aufführungen" dargeboten wurde, verwendet aber die spätere, von Kiel noch einmal überarbeitete Fassung des Werkes.

Schade

Ich finde es gut, dass dieses interessante Werk ausgegraben und erstmals auf CD herausgegeben wurde.

Es ist auch geschickt, dass ein Laienchor unbekannte und interessante Werke singt, um sich nicht mit den schon vorhandenen Aufnahmen vergleichen lassen zu müssen.

Dennoch hat der Chor sich bei der Auswahl vergriffen und hätte dem Vorbild der einstigen Singakademie folgen sollen, denn letztlich waren hier alle überfordert. Man hört natürlich, dass der Chor das Werk gerne singt - und dass er auch weiß, was er da singt. Er ist vom Ausdruck her auf der richtigen Seite. So gibt es schöne, gelungene Stellen.

Aber es gibt in dieser Aufnahme einfach zu viele Schlacken. Vor allem stört, dass die Soprane nicht hoch kommen und dann grell und laut werden…

Schade.

Astrid Belschner, kulturradio

Weitere Rezensionen

Mozart: Il sogno di Scipione © Signum Classics
Signum Classics

Oper - Mozart: Il sogno di Scipione

Nicht alles, was Mozart komponierte, ist genial. Besonders im Frühwerk finden sich viele routinierte Gelegenheitsarbeiten. Ist da trotzdem noch was zu retten? Ja! Findet eine enthusiastische britische Opern-Truppe – und hat Recht.

Bewertung:
Wilhelm Berger: "Choral Works", Montage: rbb
Rondeau, Motage: rbb

Chor - Wilhelm Berger: Choral Works

Der Landesjugendchor Thüringen hat unter der Leitung von Nikolaus Müller seine erste CD mit nahezu unbekannter Chormusik von Wilhelm Berger herausgegeben.

Bewertung: