Gustav Mahler: Das Lied von der Erde © Tudor | Montage: rbb

Vokalmusik - Gustav Mahler: "Das Lied von der Erde"

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Gustav Mahlers sinfonischer Liedzyklus "Das Lied von der Erde",  neu aufgenommen von den Bamberger Symphonikern unter der Leitung von Jonathan Nott, mit den beiden Sängern Roberto Saccà, Tenor und Stephen Gadd, Bariton.

Sinfonie mit Gesang

Überliefert ist Gustav Mahlers Aberglauben, mehr als neun Sinfonien zu schreiben, brächte Unglück.  Aus diesem Grund wollte der Komponist  "Das Lied von der Erde" nicht bei seinen Sinfonien mitzählen. Obwohl es dort eigentlich seinen Platz hätte und im sinfonischen Gesamtwerk des Komponisten zu Recht eine hohe Stellung einnimmt. Im Werkeverzeichnis wird der 1908 fertiggestellte Liedzyklus der Chronologie folgend zwischen der achten und der neunten Sinfonie aufgeführt, als Werk für "Orchester und zwei Vokalsolisten", wahlweise Tenor und Bariton oder Tenor und Alt bzw. Mezzosopran.

Kraftakt

Um mit der teilweise sehr kräftigen Orchesterbegleitung mithalten zu können, sind bei diesem Werk opernerprobte Sänger als Solisten gefragt. Ein Tenor und ein Bariton widmen sich dabei abwechselnd den insgesamt sechs Liedern. Der in Stuttgart aufgewachsene Tenor Roberto Saccà - regelmäßiger Gast an der Berliner Staatsoper -  bringt die notwendige sängerische Kondition mit, ebenso der britische Bariton Stephen Gadd, der in der Vergangenheit bei den Festspielen in Salzburg und Bayreuth zu erleben war.

Beiden Sängern gelingt eine überzeugende Gestaltung der Gesangspartien mit ihren unterschiedlichen Charakteristiken, von kräftig bis zart, von hell bis dunkel, von strahlend bis verhangen. Die Abstufungen innerhalb der Tenorstimme sind dabei so vielfältig, dass Herbert von Karajan zu seiner Zeit der Auffassung war, man müsse bei Mahlers "Lied von der Erde" sogar drei Solisten einsetzen: zwei unterschiedliche Tenöre und einen Bariton.

Brücken aus Jade

Die Vielfalt der Charaktere steht auch in Zusammenhang mit der textlichen Vorlage: Mahler hat altchinesische Gedichte aus dem 8. Jahrhundert vertont. Lyrik, die der Dichter Hans Bethge für seinen Sammelband mit fernöstlichen Nachdichtungen angefertigt hat. "Die chinesische Flöte" hieß Bethges um 1905 äußerst populärer Band, den neben Gustav Mahler auch viele andere Komponisten für ihre Vertonungen benutzt haben: Richard Strauss, Arnold Schönberg, Hanns Eisler oder Karol Szymanowski.

Die CD ist somit auch als Dokument der faszinierenden exotistischen Mode um die Jahrhundertwende zu sehen, die Liedtexte im umfangreichen Booklet handeln dabei unter anderem auch von geheimnisvollen "Brücken aus Jade".

Hans Ackermann, kulturradio

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