Arvo Pärt: Live © BR Klassik | Montage: rbb

Chormusik - Arvo Pärt: "Live"

Bewertung:

Der Chor des Bayerischen Rundfunks hat zusammen mit dem Hilliard Ensemble und dem Münchner Rundfunkorchester eine neue CD mit Musik von Arvo Pärt herausgegeben.

Arvo Pärt hat beim Bayerischen Rundfunk Tradition. Schon 1982 hat der Chor des Bayerischen Rundfunks bei der Uraufführung von Pärts "Passio" in der Lukaskirche in München mitgewirkt – und danach seine Musik immer wieder aufgeführt. Jahre später - zum 80. Geburtstag des Komponisten - hat der Rundfunkchor des BR eine CD heurausgegeben, für die sich Pärt besonders bedankt hat: "Es ist für einen Komponisten ein wunderbares Gefühl, wenn er sein Werk verstanden und richtig interpretiert weiß. Dieses Gefühl der Freude stellte sich ein, als ich die neue CD hörte. Ein Dank an alle Künstler des Bayerischen Rundfunks – unter der einfühlsamen Leitung von Peter Dijkstra – für das schöne Geschenk." Da liegt es nahe, einige Aufnahmen von Werken des Komponisten aus dem Archiv auszuwählen und als CD herauszugeben.

Pärt-CD

Diese CD enthält drei Chorwerke, eines davon a cappella, und zwei Orchesterwerke. Es ist eine Zusammenstellung von verschiedenen Konzertaufnahmen aus den Jahren 2000, 2005 und 2011 unter der Leitung unterschiedlicher Dirigenten. Und die Aufnahmen sind technisch sehr gut aneinander angepasst worden, so dass es keine Brüche beim Durchhören der CD gibt.

Pärt-Stil und Interpretation

Das besondere an Arvo Pärts Musik ist ihre Einfachheit und Schnörkellosigkeit, die eine große Durchsichtigkeit mit sich bringt. Und die Tonwiederholungen – wobei er Wert darauf legt, dass seine Musik nicht in einen Topf mit der Minimalmusik gehört, die auch von Tonwiederholungen lebt.

Und Pärt nutzt etwas, das er den Tintinnabuli-Stil nennt: Gemeint ist das "Klingeln" des Dreiklangs, dessen Töne das Stück über mittönen und oft streckenweise darunter liegen. All das trägt dazu bei, dass seine Musik eine meditative Wirkung erzielt und entschleunigt. Das führt zum Innehalten und zu einem Zu-sich-selbst-kommen, zur Versenkung.

Da braucht es natürlich Interpreten, die gekonnt an diese Werke herangehen können – so wie auf dieser sehr überzeugenden CD. Hier klingt alles homogen, ausgewogen, auf feinste nuanciert. Die Sänger und Instrumentalisten werden immer wie ein Instrument geführt, und immer klangvoll und klar. Und wieder einmal beweist der Chor, dass er zu den besten Chören gehört.

Die Idee, das Hilliard-Ensemble als Soloensemble dazu zu fügen ist genial, weil die vier Herren natürlich höchst abgestimmt aufeinander musizieren und sich bestens an den Gesamtklang anzupassen wissen.

Und es wird so zielgenau phrasiert, dass sogar bei langen Pausen die musikalische Spannung weiter getragen wird.

Fazit: eine absolute Empfehlung!

Astrid Belschner, kulturradio

Weitere Rezensionen

- Wolfgang Amadeus Mozart: Die Freimaurermusiken © cpo | Montage: rbb

Vokalmusik - Wolfgang Amadeus Mozart: "Die Freimaurermusiken"

Dass Mozart Freimaurer war, ist weltbekannt, vor allem deshalb, weil die Zauberflöte viele Anspielungen auf das Freimaurertum enthält. Weniger bekannt ist, dass Mozart auch ganz direkt Musik für seine Loge geschrieben hat, und diese Freimaurerkompositionen sind jetzt zusammengefasst worden auf einer neuen CD.

Bewertung:
A Sousa Celebration © Chandos | Montage: rbb

Orchester - "A Sousa Celebration"

Järvis jüngster Streich: eine Hommage an den amerikanische Marschmusik-König John Philip Sousa – nur Tschingderassabumm?

Bewertung:
Giacomo Meyerbeer: Grand Opéra © Erato | Montage: rbb

Oper - Giacomo Meyerbeer: "Grand Opéra"

Herzensprojekt - Auf Ihrer neuen CD singt die deutsche Sopranistin Diana Damrau Arien und Szene aus dem Werk von Giacomo Meyerbeer. Das ist sehr ungewöhnlich!

Bewertung: