Alte Musik - Fünf herausragende Monteverdi-CDs

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Die Kompositionen von Claudio Monteverdi liegen heute in einer kaum zu überblickenden Vielfalt von CD-Einspielungen vor.

Das Spektrum reicht von den frühen Aufnahmen der Monteverdi-Pioniere Nikolaus Harnoncourt und Jürgen Jürgens aus den frühen 70er Jahren bis hin zu Neuproduktionen, die eigens für das Jubiläumsjahr 2017 erstellt wurden. Auf fünf CDs sei hier ganz besonders nachdrücklich verwiesen:

Eternal Monteverdi; Montage: rbb

"Eternal Monteverdi"

Unter dem Titel "Eternal Monteverdi" ist gerade die neueste CD der Ensembles La Capella Ducale und Musica Fiata unter Leitung von Roland Wilson erschienen. Darauf kann man weitgehend unbekannte kirchenmusikalische Werke von Monteverdi aus einem Sammeldruck hören, der erst sieben Jahre nach Monteverdis Tod aus seinem Nachlass veröffentlicht wurde. Die Kompositionen sind jenen der berühmten Marienvesper oder der Sammlung "Selva morale e spirituale" vollkommen ebenbürtig und werden von den beiden Ensembles in gewohnt großer Spielfreude dargeboten.

Gabriel Garrido: Monteverdi; Montage: rbb

Monteverdi komplett

In den 90er Jahren hat der argentinische Dirigent Gabriel Garrido mit seinem Ensemble elyma und einer sorgfältig ausgewählten Sängerschar die drei erhaltenen Opern von Monteverdi eingespielt, dazu noch die Marienvesper und einige Madrigale. Auch heute, rund zwei Jahrzehnte später und nach dem Erscheinen vieler Parallelaufnahmen, hat diese Monteverdi-Komplettaufnahme nichts an ihrer packenden Qualität verloren. Vom ersten bis zum letzten Ton sind die Werke in Garridos Sichtweise von einer lebendigen Ausdruckskraft geprägt. Insbesondere die Darbietung des "L’Orfeo" mit Victor Torres in der Titelpartie ist unübertroffen.

Claudio Monteverdi: Marienvesper; Montage: rbb

Marienvesper

Vor drei Jahren erschien eine Aufnahme der "Marienvesper" von Monteverdi mit dem englischen Ensembles The Sixteen unter Harry Christophers. Auch wenn es hier viele Konkurrenzaufnahmen von hoher Qualität gibt, ragt diese Produktion ganz besonders heraus. Vokal- und Instrumentalstimmen ergänzen sich zu einer wunderbaren Homogenität, die Tempi werden nie übertrieben forciert und aus allen Psalmen und geistlichen Konzerten klingen Lebendigkeit und Pracht heraus.

Monteverdi: I 7 Peccati capitali; Montage: rbb

"Die Sieben Todsünden"

Ein besonders originelles Konzept hat sich Leonardo García Alarcón für seinen Beitrag zum Monteverdi-Jahr ausgedacht: Für jede der "7 Todsünden" suchte er sich ein passendes Gesangsstück aus einer Oper oder einem Madrigalbuch Monteverdis aus und ergänzte dazu sieben weitere Kompositionen, die sich den Tugenden widmen. Daraus ist nach Art eines Pasticcios ein neues Stück entstanden, das von der Cappella Mediterranea mit Schwung und Leidenschaft vorgetragen wird.

Claudio Monteverdi: Teatro d'Amore; Montage: rbb

"Teatro d’Amore"

"Teatro d’amore" nannte Christina Pluhar ihre ganz persönliche Sicht auf die Werke von Claudio Monteverdi, die sie 2009 mit L’Arpeggiata eingespielt hat. Und tatsächlich: Der unverwechselbare Sound dieses Ensembles macht aus den Madrigalen und Opernszenen ganz großes "Teatro", an dem man sich kaum satthören kann. Mit dabei sind auch Nuria Rial und Philippe Jaroussky.

Bernhard Schrammek, kulturradio

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