Georg Philipp Telemann: Concerti per molti stromenti; Montage: rbb
Bild: Harmonia Mundi

Alte Musik - Georg Philipp Telemann: Concerti per molti stromenti

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Mit Instrumenten kannte er sich aus: Als sich Telemann 1712 um das Amt des Musikdirektors der Freien Reichsstadt Frankfurt am Main bewarb, teilte er dem dortigen Stadtrat vorsorglich mit, dass er "hauptsächlich die Violine, sodann das Clavir, Flaute, Chalumeaux, Violoncello und Calchedon wohl zu tractiren" wisse.

Konkrete Anwendung fanden diese universalen Instrumentalkenntnisse vor allem in den vielen Konzertkompositionen, die Georg Philipp Telemann im Laufe seines langen Lebens komponiert hat. Überliefert sind mehr als 100 Konzerte für die verschiedensten Instrumentalkombinationen von der Trompete bis zum Hackbrett.

Zum 250. Todestag von Telemann

Die Akademie für Alte Musik Berlin hat sich seit ihrer Gründung vor 35 Jahren kontinuierlich für das Werk von Georg Philipp Telemann eingesetzt, hat eine Menge hervorragender Einspielungen vorgelegt und wurde 2006 mit dem Telemann-Preis der Stadt Magdeburg geehrt.

Anlässlich des kurz bevorstehenden 250. Todestages von Telemann erschien nun die neueste Telemann-Einspielung von Akamus. Ausgewählt wurden diesmal Konzertkompositionen in bunt gemischter Besetzung, in denen sich fast sämtliche Ensemblemitglieder als Solisten betätigen können.

Das Spektrum reicht von prächtigen Bläserkonzerten mit Hörnern und Trompeten über das Doppelkonzert für drei Oboen und drei Violinen bis hin zum selten gespielten Konzert für zwei Flöten und Calchedon (eine spezielle Lautenart).

Eine besondere Rarität

In allen Stücken präsentiert sich die Akademie für Alte Musik Berlin bestens aufgelegt und stellt die unterschiedlichen Werke jeweils individuell dar. So erklingt Telemann mal pompös (etwa im Konzert für drei Trompeten, Pauken und 2 Oboen), mal schmetternd-übermütig (im Konzert für drei Hörner), mal galant (im Konzert für 2 Flöten und Calchedon) und mal ruhig-intim (im Streichersextett f-Moll).

Eine ganz besondere Rarität schließlich enthält die CD mit dem Arrangement des Konzerts für 3 Violinen aus der "Tafelmusik" für die kuriose Solobesetzung Mandoline, Hackbrett und Harfe.

Gleichgültig, ob schneller oder langsamer Satz, ob mit Bläsern, Streichern oder Zupfinstrumenten besetzt: Mit der Akademie für Alte Musik sind Telemanns Konzerte ein großes Hörerlebnis voller Lebendigkeit, Transparenz und Detailgestaltung.

Bernhard Schrammek, kulturradio

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