Giacomo Meyerbeer: Grand Opéra © Erato | Montage: rbb
Bild: © Erato | Montage: rbb

Oper - Giacomo Meyerbeer: "Grand Opéra"

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Herzensprojekt - Auf Ihrer neuen CD singt die deutsche Sopranistin Diana Damrau Arien und Szene aus dem Werk von Giacomo Meyerbeer. Das ist sehr ungewöhnlich!

Alben mit Arien von Giacomo Meyerbeer verzeichnete die Schallplattengeschichte bislang so gut wie gar nicht. Selbst missionarisch veranlagte Sänger wie Joan Sutherland, Marilyn Horne oder Nicolai Gedda begnügten sich mit wenigen Einzelstücken. So ist dieses "Herzensprojekt" der deutschen Sopranistin Diana Damrau von tatsächlich epochalem Repertoirewert. Nicht nur die großen Arien aus "L’Africaine","Robert le Diable", der Marguerite aus "Les Huguenots" und der "Dinorah" sind hier versammelt, sondern auch total Unbekanntes aus "Il crociato in Egitto", "Em-ma di Resburgo" und sogar Abgedrehtes aus "Das Feldlager in Schlesien" sowie "Alimelek oder Die beiden Kalifen".

Diana Damrau © Jürgen Frank
© Jürgen Frank

Stimmlich Fragezeichen

Die Werke seien so vielfältig, so Diana Damrau, dass sie eigentlich von drei Komponisten stammen: "einem für Koloratur, einem für Lyrik und einem als Großmeister der Grand opéra". Allen dreien wird Damrau stilistisch zweifellos gerecht; allerdings so, dass stimmlich dennoch Fragezeichen gemacht werden können. Ein leichtes Tremolo in den hohen Registern, Anflüge von Schrillheit auch, dazu ein gelegentlichen "Durchhängen" (Leiern) der Koloraturen: All das sind Einzelheiten, an denen ich mich durchaus störe. Schlimmer noch fällt eine gewisse Säuerlichkeit des Timbres ins Gewicht. Ich gestehe, dass ich mich – in der Summe – extrem schwer getan habe mit diesem Album; nicht wegen Meyerbeer, sondern wegen der leicht damenhaften Zierigkeit, einem Singen wie mit gerunzelter Stirn, womit ich mich nicht recht befreunden kann.

Gewiss fallen diese Dinge im Live-Konzert weniger ins Gewicht; weshalb zum Besuch des Arien-Abends am Freitag in der Deutschen Oper durchaus ermuntert werden kann. (Dort singt sie, über die Stückauswahl des Albums hinaus, sogar noch die Arie des "Ubalde" aus "Les Huguenots".) Vom Forschungsengagment her kann es die CD mit jedem Konzept-Großprojekt der Bartoli aufnehmen.

Kai Luehrs-Kaiser, kulturradio

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