"The Pierre Fournier Edition"; Montage: rbb
Bild: Deutsche Grammophon

Kammermusik - "The Pierre Fournier Edition"

Bewertung:

Mit einer 24 CD-Box würdigt die Deutsche Grammophon das Gesamtwerk des französischen Cellisten Pierre Fournier.

Fast alles Wesentliche, was Pierre Fournier gemacht hat, erschien zwischen 1952 und 1984 (zwei Jahre bevor er starb) bei der DG, der Decca oder der Philips. Damit wurde Fournier zu einem absolut prägenden Schallplatten-Cellisten der Mono- und Stereo-Ära. Vielleicht ohne die russischen Überflieger-Qualitäten eines Rostropowitsch, dafür aber gesegnet mit Tugenden absoluter Geschmackssicherheit, Dezenz und Noblesse, wurde er zum Ahnherrn des französischen Stils unter den Cellisten – einer Tradition, die auch heute noch von Musiker wie Jean-Guihen Queyraz, Gautier Capucons und Edgar Moreau fortgesetzt wird.

Zum Verlieben

Fournier war einer der Lieblingssolisten Karajans und wurde zu den Berliner Philharmonikern bis zu seinem Tod oft eingeladen. Neben der klassischen "Don Quixote"-Aufnahme (unter Karajan) hat er hier auch das Dvořák-Konzert (unter Szell) und das Tripel-Konzert von Beethoven (unter Fricsay) in Referenzaufnahmen eingespielt. Seine Beethoven-Sonaten und Trios mit Wilhelm Kempff, Henryk Szeryng und Karl Leister beanspruchen denselben Rang für sich.

Gemeinsam mit Wilhelm Backhaus (bei Brahms) und mit Friedrich Gulda (Beethoven) kehrte er die Rangfolge der Sonaten für Klavier und Cello so um wie ursprünglich vorgesehen, also mit dem Klavier als tonangebendem Melodieinstument und dem Cello als gleichsam Reminiszenz an eine musikhistorische Generalbass-Funktion.

Dem Elgar-Konzert (1955 wiederum mit den Berliner Philharmonikern) gab er die Melancholie und Weltuntergangsvision zurück, die in der (berühmteren) von Jacqueline du Pré fehlt. All dies ging nur auf der Basis einer französischen Höflichkeitspolitik und Zurückhaltung, die ihm kein anderer Interpret nachmacht. Eigentlich: zum Verlieben!

Kai Luehrs-Kaiser, kulturradio

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