- Wolfgang Amadeus Mozart: Die Freimaurermusiken © cpo | Montage: rbb
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Vokalmusik - Wolfgang Amadeus Mozart: "Die Freimaurermusiken"

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Dass Mozart Freimaurer war, ist weltbekannt, vor allem deshalb, weil die Zauberflöte viele Anspielungen auf das Freimaurertum enthält. Weniger bekannt ist, dass Mozart auch ganz direkt Musik für seine Loge geschrieben hat, und diese Freimaurerkompositionen sind jetzt zusammengefasst worden auf einer neuen CD.

Erstaunlich vielseitige Musik! Man denkt vielleicht zunächst an weihevolle Chöre und Festakkorde, aber es gibt noch viel mehr zu entdecken, zum Beispiel drei kleine mehrsätzige Kantaten, mehrere Klavierlieder und vor allem auch Instrumentalmusik für Zeremonien.

Mozart ist als Freimaurer künstlerisch engagierter  gewesen als andere Komponisten. Haydn etwa war auch Freimaurer, doch es schlägt es sich nicht so offensichtlich nieder in Werk und Biographie. Für Mozart war der Eintritt in die Wiener Loge Mitte der 1780er Jahre anscheinend emotional ungeheuer wichtig, weil er sehr unter der  Geringschätzung seiner Umgebung gelitten hat;  weder der Salzburger noch die Wiener Hof hat seine Musik und Persönlichkeit so geschätzt, wie sie es verdient hätten. Die Männerbündelei von gleich zu gleich hat ihm sehr geholfen, diese Demütigungen durchzustehen; das wurde zentrales Element seines Selbstbewusstseins. Er gab auch zu finanziellen Unterstützungen durch Logenbrüder, und so erklärt sich die ganz ungekünstelte, fast schwärmerische Feierlichkeit seiner Logenmusik, in der sich diese Dankbarkeit widerspiegelt.   

Angestrengte Tenöre, entspannte Instrumentalisten

Die Salzburger Hofmusik, die hier alle Freimaurermusiken (außer der Zauberflöte natürlich, wenn man die denn dazurechnen will) neu aufgenommen hat, ist ein Ensemble, das der Dirigent Wolfgang Brunner im Mozart-Jahr 1991 gegründet hat, um nicht nur Mozart, sondern Wiener Barock und Klassik so authentisch wie möglich wiederzugeben.  Natürlich ist die Auslegung, was denn nun authentisch ist,  individuell und deshalb auch diskutabel.

Natürlich hat Brunner Recht, wenn er darauf hinweist, dass Freimaurermusiken stets von einer Mischung von Profis und Laien interpretiert wurden. Seiner Einspielung haftet denn auch - grade im Vokalen - etwas Hausmusikhaftes an. Das ist an sich ein legitimer Ansatz, doch mir klingen  allem die Tenore  mit Jan Kobow und Maximilian Kiener zu blass und angestrengt und hemmen so die angestrebte Leichtigkeit der Aufnahmen.

Denn instrumentatorisch wie auch in der choralen Besetzung sind diese Musiken erfreulich durchsichtig, kammermusikalisch und unpathetisch, ohne falsche Weihe und hohlen Prunk.

Matthias Käther, kulturradio

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