Elīna Garanča: Mozart & Vivaldi; Montage: rbb
Bild: Erato (Warner)

Arien - Elīna Garanča: Mozart & Vivaldi

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Vor wenigen Monaten erst brachte die lettische Mezzosopranistin ihr letztes Soloalbum "Revive" auf den Markt. Nun gibt's ein weiteres. Liest man allerdings das Kleingedruckte, erfährt man: das sind schon etwas ältere Aufnahmen.

Für unsere heutige schnelllebige Zeit sind sie sogar steinalt, sie stammen nämlich aus den Anfängen der Sängerin. Es handelt sich um Ausschnitte aus ihren ersten beiden großen (westeuropäischen) CD-Produktionen, die sie für den EMI-Konzern gemacht hat. 2005 war Elīna Garanča Ende 20 und stieg nach ihrem Durchbruch in Salzburg schnell zum Megastar auf. Da es die EMI nicht mehr gibt und Warner das Archiv gekauft hat, erlaubt sich die Plattenfirma nun, diese frühen Garanča-Aufnahmen konzentriert auf einer Platte zu präsentieren.

Elīna Garanča, Aix-en-Provence, 2005; © Simon Fowler
Elīna Garanča; © Simon Fowler

Frühe Garanča-Aufnahmen zum kleinen Preis

Zu finden ist hier eine sehr merkwürdige Kombination. Und ich weiß nicht, ob ich den Kompilator Rolf Gertler beglückwünschen oder verfluchen soll. (Oder sollte man wie Bill Murray in "Täglich grüßt das Murmeltier" die These vertreten, dass alles, was anders ist, auch gut ist?).

Erst drei großartige Mozart-Nummern (Ramiro in "La finta giadineria": superb!), dann folgen die Arien des Andronicus aus der Oper "Bajazet" von Vivaldi, Ausschnitte aus einer Gesamtaufnahme der raren Oper, die 2005 erstmals von Fabio Biondi eingespielt wurde. Vier große Vivaldi-Gurgelarien, in denen die junge Sängerin alles geben muss, das sie damals geben konnte. La Garanča ist nicht grade meine Nummer eins  in der Favoritenliste der großen Barock-Sängerinnen, aber für eine gute All-Round-Interpretin singt sie das sehr nobel.

Dann folgen wieder drei Mozart-Arien: u.a. eine mäßige Dorabella und die Konzertarie KV 505 – das ist die mit dem obligaten Klavier, sehr rührend, aber Karg und Bonitatibus haben mich mehr ergriffen.

Wenig sinnvolles Revival

Kompilationen mit frühen Aufnahmen sind manchmal sinnvoll, wenn die Originale auf dem Markt nicht mehr erhältlich sind. Sie sind immer sinnvoll, wenn der Sänger tot ist. Die Garanča lebt aber – der Gott der Gesangskunst sei gepriesen – und singt nun anders. Da ist es für meinen Geschmack nicht von Vorteil, derart offensiv daran zu erinnern, dass vieles bei ihr vor zwölf Jahren nicht nur anders, sondern auch schöner geklungen hat.

Mein Tipp: Diese Aufnahme auslassen, lieber einen Zehner drauflegen und dafür beides anschaffen – das alte Mozart-Album und die prominent besetzte "Bajazet"-Aufnahme.

Matthias Käther, kulturradio

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Montage: rbb
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