Olga Peretyatko: Russian Light; Montage: rbb
Bild: SONY Classical

Gesang - "Russian Light"

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Auf ihrer vierten CD bei der Sony verlässt sich die russische Sopranistin Olga Peretyatko auf das, was sie gewiss gut kann: auf russische Arien und Lieder von Glinka, Rimski, Rachmaninoff, Strawinsky und Schostakowitsch.

Als Rimskis "Zarenbraut" hatte man sie in Berlin sogar schon live erlebt (und zwar sehr gut, vor einigen Jahren unter Barenboim). Allerdings muss man zugestehen, dass Peretyatko gerade nicht über das ausladende, expressive und mitunter tremolöse Sopran-Organ verfügt, wie es für berühmte russische Soprane wie etwa Galina Vishnevskaja typisch war.

Peretyatko, ganz im Gegenteil, steht in einer (weniger druckvollen) Belcanto-Tradition des Auf-dem-Atem-Singens. Deswegen verzichtet sie hier auf etliches (z.B. aus "Iolanthe", "Eugen Onegin", "Francesca da Rimini" oder "Iwan Susanin"), was Anna Netrebko vor Jahren bei einem thematisch ähnlich gelagerten Album ins Feld führen konnte. Stattdessen gibt es zwei Lieder aus Schostakowitschs Operette "Moskau, Tscherjomuschki" und Strawinskys "Rossignol".

Olga Peretyatko; © SONY/Dario Acosta
Olga Peretyatko; © SONY/Dario Acosta

Eisiges Charisma

Das Ergebnis ist ihre bislang ausgeglichendste und beste CD (weshalb sie hier ausgewählt wurde). Das zuweilen eisige Charisma der Sängerin bildet zum romantischen Gestus der Werke einen reizvollen, angemessenen Gegensatz. Auch wenn mich, besonders bei "Ruslan und Ludmilla", die zuweilen nadelenge Höhe bei Neigung zur Unstetigkeit irritiert. (Wo ihr die Vokalattacke nicht ganz zu Gebote steht, wird's etwas schrill.)

Da das aber nur selten der Fall ist – und im russischen Fach keine Besonderheit bildet –, könnte dies das Albm sein, mit dem Peretyatko dereinst in Erinnerung bleiben wird. Welcher Zeitpunkt fern von uns sei! Zurzeit probt Peretyatko an der Staatsoper für die Hauptrolle in Bizets "Die Perlenfischer" – in der Neuinszenierung von Wim Wenders.

Kai Luehrs-Kaiser, kulturradio

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