Luigi Legnani: Variationen über Rossini; Montage: rbb
Bild: Naxos

Gitarre - Luigi Legnani: "Variationen über Rossini"

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Mehr als 250 Werke hat der italienische Komponist und Gitarrist Luigi Legnani (1790-1877) hinterlassen, darunter auch zahlreiche Bearbeitungen von Ouvertüren und Arien aus den Opern seines Zeitgenossen Gioachino Rossini.

Eine CD mit 55 einzelnen Titeln erscheint nicht alle Tage. Die hohe Zahl ist aber bei diesem unermüdlichen Komponisten aus dem oberitalienischen Ferrara nicht weiter verwunderlich. Bis ins hohe Alter hat Legnani zahlreiche eigene Werke komponiert und immer wieder fremde Themen bearbeitet.

Besonders intensiv hat sich Legnani dabei mit den Opern des zwei Jahre jüngeren Gioachino Rossini auseinandergesetzt. Dabei hat Legnani vollständige Ouvertüren bearbeitet, manchmal aber auch nur ein einfaches Arien-Thema als Grundlage virtuoser Variationen ausgewählt.

Legnani und Paganini

Eine Bearbeitung der Ouvertüre zur Oper "L'Italiana in Algeri" eröffnet die CD. Hier kann der Mailänder Gitarrist Marcello Fantoni zeigen, dass er die höchsten Schwierigkeitsgrade beherrscht, denn Legnani war berühmt für seine schnellen Tempi, mit denen er das Publikum in ganz Europa begeistert hat. So auch 1835 in Genua, im gemeinsamen Konzert mit dem Geiger Niccolò Paganini, der Legnani als ebenbürtigen Virtuosen sehr geschätzt hat.

Paraphrasen und Variationen

Musikalische Paraphrasen bilden die eine Hälfte des Albums, hinzu kommen fünf grosse Variationswerke, darunter Thema und Variationen über "La mia spada" aus Rossinis Oper "La donna del Lago" und als großes Finale des Albums die Variationen über ein Thema aus der Oper "Armida". Hier führt uns  Marcello Fantoni, der unter anderem bei Eliot Fisk in Salzburg studiert hat, alle Finessen der modernen Gitarrenspieltechnik vor: rasante Läufe und Akkordzerlegungen, aber auch ein ausgeklügeltes Spiel mit Flageolet-Effekten.

Die "Armida-Variationen" beschließen ein beeindruckendes Gitarrenspektakel auf einer CD, die mit ihren zahlreichen Weltersteinspielungen auch eine Erweiterung des gitarristischen Repertoires bewirken könnte – äußerst flinke Finger vorausgesetzt.

Hans Ackermann, kulturradio

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