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Orchester mit Klavier und Bratsche - Alexander Tschaikowsky: "Orchesterwerke"

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In den Werken von Alexander Tschaikowsky (*1946) ist zwar die gesamte Tradition russischer Musik von Glinka bis Schostakowitsch aufgehoben, mit seinem berühmten Namensvetter Peter Tschaikowsky aber ist er nicht verwandt.

Alexander Tschaikowsky war viele Jahre Professor am Moskauer Konservatorium, in Russland ist er ein bekannter Komponist. Seine Opern und Ballette werden an grossen Häusern wie etwa dem Sankt Petersburger Mariinsky-Theater gespielt.

"Made in Russia"

Die Konzerte dieser CD - deren rückseitiger Aufdruck „Made in Russia“ durchaus programmatisch zu verstehen ist - präsentieren einen interessanten Ausschnitt aus der zeitgenössischen Musik Russlands. Der Komponist ist einerseits bestens mit der musikalischen Tradition seines Landes vertraut - kennt und schätzt Rachmaninovs Klavierkonzerte, Strawinskys Ballette oder die Sinfonien von Dmitri Schostakowitsch - in seinem Doppelkonzert für Viola und Klavier lässt Alexander Tschaikowsky aber auch harmonische Wendungen aus dem Jazz und aus der Rockmusik anklingen - ein moderner Komponist, der weit über den russischen Tellerrand hinausschaut.

Familienangelegenheit

Die Interpreten auf dieser CD, die im vergangen Jahr als Live-Mitschnitt in Moskau entstand, sind auch außerhalb Russlands sehr gut bekannt -  allen voran natürlich der Dirigent Mariss Jansons, der hier das Moscow Philharmonic Orchestra leitet, ausserdem ist der Bratscher Yuri Bashmet beteiligt, für den Alexander Tschaikowsky schon mehrfach Werke komponiert hat. Boris Berezowsky ist als Pianist im Doppelkonzert für zwei Klaviere zu hören, ihm gegenüber, am zweiten Klavier, die Tochter des Komponisten, Daria Tschaikowskaya. Beim anderen Doppelkonzert  ist neben Yuri Bashmet dessen Tochter Xenia als Pianistin beteiligt.

Schlussapplaus

Alexander Tschaikowsky ist mit Peter Tschaikowsky nicht verwandt und wird dessen Bekanntheit bei uns vermutlich vorerst wohl auch nicht erreichen. Dabei lohnt sich der Blick auf das mehr als 100 Werke umfassende Oeuvre: Konzerte, Opern, Sinfonien und vieles mehr. Es sind Werke eines Komponisten, der souverän mit den Stilrichtungen und Jahrhunderten spielt und ganz nebenbei das „“Klavierkonzertfinale des Jahres“ geschrieben hat, zu hören im Doppelkonzert für zwei Klaviere, das Boris Berezovsky und Tschaikowskys Tochter Daria als Solisten mit einem wirklich grandiosen Höhepunkt beenden. Verständlich, dass man beim ehemaligen sowjetischen Staatslabel “Melodiya“ auch den tosenden Schlussapplaus des Konzertes auf der CD belassen hat.

Hans Ackermann, kulturradio

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