Anton Bruckner: Sinfonie Nr. 3 | Richard Wagner: Tannhäuser (Ouvertüre); Montage: rbb
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Orchester - Anton Bruckner: Sinfonie Nr. 3 | Richard Wagner: Tannhäuser (Ouvertüre)

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Andris Nelsons steht hier erstmals vor seinem neuen Orchester, dem Gewandhausorchester Leipzig, dessen Leitung er im Herbst übernimmt. Wie fällt diese Richtungsanzeige aus?

Als Auftakt zu einem großen Bruckner-Zyklus bei der Deutschen Grammophon dirigiert Andris Nelsons, als neuer Chef des Gewandhausorchesters Leipzig, die Dritte, die "Wagner-Sinfonie" Bruckners, kombiniert mit Wagners "Tannhäuser"-Ouvertüre.

Der Klang ist klar und transparent. Eine gewisse Lahmheit und sogar Krampfigkeit im Duktus zeigt aber massive Eingewöhnungsschwierigkeiten eines Dirigenten, der hier eher aus Karriere-Gründen eine Chance wahrzunehmen scheint. Es geht nicht voran in dieser Bruckner-Aufnahme.

Mehr noch: Wenn man das Ergebnis mit dem erst vor fünf Jahren abgeschlossenen, letzten Bruckner-Zyklus des Gewandhausorchesters vergleicht – dirigiert von dem Bruckner-Großmeister Herbert Blomstedt –, so staunt man über das viel größere dynamische Spektrum, über den Zartsinn der Streicher, die innere Erschütterung und spirituelle Weite, die Blomstedt hier zu vermitteln weiß. Stattdessen evoziert Nelsons nichts als eine gewisse Aufgeräumtheit und unkomplizierte gute Laune. Auch die Wagner-Ouvertüre, so überflüssig wie nur was, bleibt einschläfernd.

Den Aufnahmen fehlt, um es unmissverständlich zu sagen: jedes innere Format! Blamabel auch für die Deutsche Grammophon, die mit dem Dirigenten außerdem einen ganzen Beethoven-Zyklus plant (weshalb Nelsons einen zuvor für Orfeo eingespielten Zyklus aus Birmingham nicht zur Veröffentlichung freigab).

Meine Empfehlung: Finger weg!

Kai Luehrs-Kaiser, kulturradio

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