Bach privat © Alpha
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Alte Musik - "Bach privat"

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Andreas Staier hat eine CD konzipiert, auf dem ein Hausmusikabend bei der Familie Bach rekonstruiert wird. Dazu hat er sich eine familiäre Besetzung zur Seite gestellt und ein Programm mit Solostücken, Kammermusik und Arien zusammengestellt.

Wir wissen viel über Bachs Tätigkeit als Leipziger Musikdirektor und Thomaskantor, auch Beträchtliches über seine Amtszeiten in Köthen und Weimar und einiges über sein Herkunft und Ausbildung. Ganze Regale kann man füllen mit seinen Kompositionen sowie den dazugehörigen Analysen, Vermutungen und kritischen Berichten.

Über den Privatmann Bach dagegen wissen wir fast nichts. Die Quellen dazu beschränken sich auf ein paar wenige Briefpassagen sowie die Erinnerungen von Söhnen und Schülern. Immerhin kann man diesen spärlichen Zeugnissen entnehmen, dass Bach neben dem Schul- und Kirchendienst, dem Komponieren und Arrangieren auch regelmäßig Hausmusikabende in seiner Leipziger Dienstwohnung veranstaltet hat. Anwesend waren neben seiner Familie auch immer wieder befreundete Musikerkollegen und Schüler. Konkrete Programme solcher Privatkonzerte im Hause Bach sind freilich nicht überliefert.

Familiäre Besetzung

Der Cembalist Andreas Staier hat unter dem Titel "Bach privat" eine CD konzipiert, auf dem ein Hausmusikabend bei der Familie Bach rekonstruiert wird. Dazu hat er sich mit der Sopranistin Anna Lucia Richter, dem Bariton Georg Nigl, der Geigerin Petra Müllejans und dem Cellisten Roel Dieltiens eine familiäre Besetzung zur Seite gestellt und ein Programm mit Solostücken, Kammermusik und Arien zusammengestellt. Größer besetzte Kantatenabschnitte wurden eigens für diese "Wohnzimmerbesetzung" arrangiert, was ihre hohen kompositorischen Qualitäten nicht schmälert.

Charmant und sympathisch

Die beiden Vokalsolisten singen auf höchstem Niveau, wunderbar textverständlich und ausdrucksstark, und werden von den Streichern adäquat und unprätentiös begleitet. Andreas Staier sitzt als Vater Bach am Cembalo und hält die Familie zusammen. Alles spielt sich in Zimmerlautstärke ab und verströmt einen charmanten und sympathischen Klangcharakter.

Bernhard Schrammek, kulturradio

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