Rudolf Mauersberger: "Geistliche Sommermusik"; Montage: rbb
Bild: Querstand

Gesang - Rudolf Mauersberger: "Geistliche Sommermusik"

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Dankbarkeit für Wachstum und Ernte: Die Singakademie Dresden hat unter der Leitung von Ekkehard Klemm eine neue Einspielung der "Geistlichen Sommermusik" von Rudolf Mauersberger vorgelegt.

Der langjährige Kreuzkantor und Komponist Rudolf Mauersberger hat dieses geistliche Werk 1948 für seinen Dresdner Kreuzchor (mit einem Solosopran, einem Altsopran und Orgel) fertiggestellt und nach den Sommerferien mit seinen Knaben einstudiert. Das Alt-Solo hat er dem damals von ihm geförderten Kruzianer Peter Schreier zugedacht.

In diesem Werk werden in sechs Teilen die verschiedenen Stationen des Sommers besungen, und es wird vor allem die Schönheit der Natur und die Dankbarkeit für die Ernte zum Ausdruck gebracht. Dafür hat Mauersberger Bibelstellen, vor allem Psalmen, und geistliche Lieder zusammengestellt, zu denen der Luthertext "Die beste Zeit im Jahr ist mein" oder das titelgebende Lied "Geh aus mein Herz und suche Freud" gehören.

Amateurensemble mit professionellem Anspruch

Die Singakademie Dresden versteht sich als ein Amateurensemble mit professionellem Anspruch. Unter ihrem Dach vereinen sich mehrere Chöre. Der Chor kann auf eine lange Tradition zurückblicken, die bis in das Jahr 1884 zurückgeht. Er realisiert etwa 25 Konzerte pro Saison. Unter seinem Namen vereinen sich mehrere Chöre, vom Vorchor über den Konzertchor bis hin zu einem Seniorenchor. Erst seit den Dreißigerjahren wurde der Chor zu einem gemischten Chor, in dem also auch Frauen mitsingen durften.

Seit 2004 leitet Ekkehard Klemm die Singakademie Dresden. Er ist ein ehemaliger Kruzianer, sodass ihm sicherlich auch deshalb dieses Werk von Rudolf Mauersberger ein besonderes Anliegen war und ist.

Gute Amateuraufnahme

Die Aufnahme ist durchaus gelungen, vor allem weil der Chor weitgehend intonationsrein und gut phrasiert singt. Allerdings merkt man, dass einige Soprane unschön ins Kopfregister umschalten, sodass die Höhe oft gequetscht klingt oder nur knapp erreicht wird.

Leider klingt alles etwas zu brav – es könnte mehr Mark in den Klang. Das könnte man eventuell verbessern, wenn der Chor beim Singen mehr vom Text her kommen würde. Vor allem aber fehlen dem Chor Sänger, die mit dem richtigen Stimmsitz singen. Die also den ganzen Körper zum Klingen bringen und deren Stimmen auch im Piano tragfähig bleiben.

Unausgebildete oder nur teil-ausgebildete Stimmen klingen naturgegeben verhauchter und kleiner, sind nicht so tragfähig wie Stimmen professionell ausgebildeter Sänger. So können letztere u.a. auch intensiver artikulieren und haben mehr Klangfarben zur Verfügung. Der formulierte Anspruch des Chores fällt ihm also eigentlich auf die Füße – man würde diese Interpretation sonst auch milder bewerten.

Gut ist, wie sich die beiden Solistinnen in den Gesamtklang einfügen und dennoch hervortreten. Trotzdem ist die Aufnahme dieses ausdrucksstarken Werkes sehr verdienstvoll, weil sie es wieder neu ins Gespräch bringt und vielleicht auch andere Chöre dazu anregt, den einen oder anderen Teil daraus einzustudieren und aufzuführen.

Astrid Belschner, kulturradio

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