Alexandre Tharaud - Barbara; Montage: rbb
Bild: Warner Classics/Erato

Hommage - Alexandre Tharaud: Barbara

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Mit prominenten französischen Sängerinnen und Schauspielern hat der Pianist Alexandre Tharaud eine Hommage an die Chansonsängerin Barbara zusammengestellt. 1930 in Paris geboren, jährt sich ihr Todestag im November zum 20. Mal.

Juliette Binoche und Jane Birkin sprechen Texte von Barbara ("Vienne", "La-Bas"), ihre bekanntesten Lieder singen Luz Casal oder Juliette ("Mes hommes"),  aber auch Sängerinnen aus der französischen Popmusik, wie die wunderbar verträumte Vanessa Paradis ("Du Bout des lèvres") oder Camélia Jordana ("Septembre").

Hommage

Sie alle sind dem Ruf von Alexandre Tharaud gefolgt, der schon bei Barbaras Beerdigung im November 1997 den Gedanken einer musikalischen Hommage entwickelt hat. Damals waren mehr als 2000 Menschen zugegen - unter ihnen der junge Tharaud - als die Sängerin auf dem Friedhof von Bagneux, im Süden von Paris, mit ihren Liedern zu Grabe getragen wurde, wie Tharaud in seinen Erinnerungen eindrücklich beschreibt.

Roland Romanelli

Das Album beginnt und endet mit "Pierre", von Tharaud allein am Klavier als instrumentales "Prelude" bzw. "Postlude" gespielt, später wird das sehnsüchtige Lied vom jungen französischen Liedermacher Tim Dup auch gesungen. Tharaud fügt diesem Vortrag eine Streichquartett-Begleitung hinzu, neben dem Quator Modigliani ist dabei auch der Akkordeonist Roland Romanelli zu hören. Er war der Lebensgefährte der Sängerin, beide zusammen haben den Titel "Cet enfant-la" geschrieben, mit dem  Dominique A. gleich zu Beginn des Albums den richtigen melancholischen Ton trifft.

"Göttingen"

Etwas kurios, aber absolut stilsicher könnte man den Auftritt des Schauspielers Helmut Berger beim allerletzten Titel dieses Doppelalbum nennen. Doch ist es mehr als anrührend, wie Berger den in Deutschland bekanntesten Titel aus dem umfangreichen Liedschaffen der außergewöhnlichen Sängerin auf Deutsch vorträgt: "Göttingen".

In dieser niedersächsischen Universitätsstadt hatte Barbara 1964 einen denkwürdigen Auftritt. Im  daraus entstandenen Lied "Göttingen", dass sie selbst dann auch auf Deutsch und Französisch gesungen hat, gemahnt sie an Frieden und Völkerverständigung - sie selbst musste sich wegen ihrer jüdischen Herkunft im Frankreich der 1940er Jahre vor den Nationalsozialsten versteckt halten.

Lebendig

Tharaud und seine Mitmusiker haben ein gelungenes Programm zusammengestellt, eine musikalisch höchst abwechslungsreiche Liebeserklärung aufgenommen. Zusammen mit jungen französischen Musikern liefert der erfahrene Pianist damit den Beweis einer lebendigen Gesangskultur in unserem Nachbarland - "Vive la chanson!"

Hans Ackermann, kulturradio

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