Angela Gheorgiu: Eternamente; Montage: rbb
Bild: Warner

Oper - Angela Gheorgiu: Eternamente

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Auf ihrer ersten CD seit fünf Jahren – die ihre letzte ganz große sein könnte – hat die rumänische Sopranistin und Super-Diva Angela Gheorghiu auch die entlegenen Schmutzecken des Verismo inspiziert.

Rollen wie Maddalena in "Andrea Chenier", auch "Tosca" (die einzige Rolle, mit der sie hier in Konkurrenz zu sich selber tritt), gelten als Rückzugsaufgaben für Primadonnen im Herbst ihrer Karriere. Dabei verfügt Gheorghiu noch immer über die glamouröse Salon-Stimme mit langer Schleppe, wie man sie von ihr kennt. Man hört das Abendkleid. Und zwar, egal ob sie nun Tosca, Santuzza oder Margherita in "Mefistofele" singt.

Hinzu kommen hier unbekannte Schmankerl wie "Ombra di nube" von Licinio Refice und das titelgebende "Eternamente" von Angelo Mascheroni: Werke, von denen es so gut wie gar keine Vergleichseinspielungen gibt. (Ähnliches gilt für die Arien aus Leoncavallos "La Bohème" und "Zingari" ebenso wie Giordanos "Siberia".)

Angela Gheorghiu; © Simon Fowler
Angela Gheorghiu; © Simon Fowler

Tempramentsreserven - bissig und treffend

Ein leichtes "Töpferscheiben-Vibrato", also ein Anflug elliptischer Unregelmäßigkeiten bei der Tonemission, mag ein Tribut an das fortgeschrittene Stadium der Karriere dieser heute 52-jährigen Sängerin sein. Dagegen kann ich mich der (von Jürgen Kesting geäußerten) Kritik nicht anschließen, wonach Gheorghiu die "Spannkraft für deklamatorische Phrasen und heftige Exklamationen" fehlt.

Gerade aufgrund bissiger Temperamentsreserven trifft Gheorghiu den oft exaltierten Ton dieser Frauen-Dramen weit besser als jüngste Vorgängerinnen wie Anna Netrebko und Krassimira Stoyanova (die beide unter Blut- und Temperamentsarmut litten; noch "schlimmer" verhielt es sich bei Renée Fleming). Stilistisch sticht sie sogar ihren eigenen Tenor-Partner, den hier recht tumben Joseph Calleja aus. So ist dies eine erstaunlich gut gelungene Hommage an das "schmutzige Hobby der italienischen Oper", genannt Verismo.

Aufgrund der enervierenden Gemütslage der Werke raten wir, beim Hören die Fenster besser geschlossen zu halten.

Kai Luehrs-Kaiser, kulturradio

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