Felix Mendelssohn Bartholdy: Symphony No. 2 'Lobgesang', Montage: rbb
Bild: LSO Live, Montage: rbb

Chor - Felix Mendelssohn Bartholdy: Sinfonie Nr. 2 - Lobgesang

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Nun hat auch John Eliot Gardiner eine neue Aufnahme der 2. Sinfonie "Lobgesang" von Felix Mendelssohn Bartholdy herausgegeben. Mit dabei sind Lucy Crowe, Sopran, Jurgita Adamonyte, Mezzosopran, Michael Spyres, Tenor, der Monteverdi Choir London sowie das London Symphony Orchestra.

Pure Freude

Diese Aufnahme bildet den Abschluss einer Mendelssohn-Ausgabe mit allen Sinfonien, die als Konzertmitschnitte erschienen sind. In diesem Zusammenhang hat Gardiner den Lobgesang das erste Mal dirigiert. Er sagt, dass er zunächst von einem zusammengestückelten Werk ausgegangen sei, dass ihn aber diese Musik überzeugt habe. Es sei pure Freude, und der Erfindungsreichtum des Komponistenverbinde sich perfekt mit dem Melodienfluss.

Zum 400-jährigen Jubiläum der Erfindung der Buchdruckerkunst

Mendelssohn hatte das Werk ja für die Feierlichkeiten zum 400-jährigen Jubiläum der Erfindung der Buchdruckerkunst geschrieben, das die Stadt Leipzig, in der Mendelssohn damals Gewandhauskapellmeister war, im Juni 1840 ausgiebig gefeiert hat.

Seinem Amt entsprechend war er für das Programm des Festaktes zuständig. So veranstaltete er ein Konzert in der Thomaskirche, in dem zunächst die "Jubel-Ouvertüre" von Weber und das Dettinger "Te Deum" von Händel erklangen. Dann folgte der zeitgenössische Beitrag – seine 2. Sinfonie, der "Lobgesang".

Sein Werk ist etwas länger geraten als geplant und es ist ihm nicht aus der Feder geflossen. Er hat darum gerungen und nach der Uraufführung das Werk noch einmal überarbeitet und ergänzt.

Expressiv und flott

Die Freude, von der John Eliot Gardiner spricht, teilt sich dem Hörer mit. Dabei geraten die Interpreten allerdings in eine Dauer-Expressivität, die sich mit der Zeit abnutzt. Außerdem nimmt Gardiner alle Tempi recht flott und bringt damit den Chor fast an seine Grenze.

Der Chor singt mit einem durchaus tüchtigen Vibrato. Er ist sehr um Artikulation bemüht, was zum Teil, etwas übertrieben wirkt. Wenn man allerdings bedenkt, dass bei der Uraufführung ein riesiger Chor tätig war, denn insgesamt sollen etwa 500 Mitwirkende dabei gewesen sein, ist dieses Bemühen zwar verständlich, aber für heutige Ohren etwas gewöhnungsbedürftig.
Die Solopartien sind exzellent besetzt, denn deren Strahlkraft übertrifft die des Gesamtklanges!

Die CD ist als Konzertaufnahme (eine Aufführung in der Londoner Barbican Hall) entstanden, so dass sich zwar einerseits die Atmosphäre mitteilt, andererseits aber technische Probleme zu bewältigen sind, wie z.B. wenig Nachhall. Zu der normalen CD gibt es übrigens noch eine Blue-ray-disc.

Fazit: Es ist eine gelungene CD, die aber nicht alle schon vorhandenen Aufnahmen in den Schatten stellt.

Astrid Belschner, kulturradio

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