Luigi Cherubini: Requiem in C minor
Bild: Rondeau; Montage: rbb

Chor - Luigi Cherubini: Requiem c-Moll

Bewertung:

Der Kammerchor Dresden hat unter der Leitung von Frauenkirchenkantor Matthias Grünert und zusammen mit drei Solisten und dem Philharmonischen Orchester Altenburg-Gera Trauermusiken von Luigi Cherubini herausgegeben: das Requiem in c-Moll, einen Trauermarsch und den "Gesang über den Tod von Joseph Haydn".

Trauermusiken von Luigi Cherubini

Den "Gesang über den Tod von Joseph Haydn" hat Cherubini im Auftrag der Freimaurer-Loge Olympique komponiert, denn im Jahr 1805 kursierte in Paris, wo Cherubini lebte, das Gerücht, Joseph Haydn sei gestorben. Ein Logenbruder hatte den Text geschrieben, Cherubini hat in höchster Haydn-Verehrung die Musik komponiert. Doch bald ist die Nachricht als Falschmeldung aufgeklärt worden und so ist das Werk erst nach Haydns wirklichem Tod aufgeführt worden. Das Requiem in c-Moll ist Cherubinis bekanntestes geistliches Werk.

Als in Frankreich die Restauration den Bruder von Ludwig auf den Thron brachte, wurden zunächst die Gebeine der hingerichteten Herrscher, Marie Antoinette und Ludwig IX., feierlich in die Kathedrale Saint-Denis überführt und am Sterbetag der beiden wurde Jahr für Jahr ein Requiem aufgeführt, das jeweils von einem anderen Komponisten geschaffen worden ist. 1817 hatte Cherubini diesen Auftrag und komponierte sein Requiem in c-Moll. Es kam so gut an, dass es gleich drei Mal aufgeführt wurde.

Auch andere Musiker, wie Beethoven, Schumann und Brahms haben es außerordentlich geschätzt. Es wird bis heute oft und gerne aufgeführt, was sicherlich auch mit der Sanglichkeit des Chorpartes zu tun hat, mit der Ausdrucksstärke, aber auch mit der Schlichtheit des Werkes.

Gelungene Interpretation

Die Interpreten haben eine durchaus gelungene CD produziert. Die Solisten befeuern sich gegenseitig und singen nahezu chorisch zusammen. Allerdings gefällt mir nicht immer der Stimmklang der Tenöre in ihren Solopassagen. Das Orchester spielt zwar ordentlich, klingt auch weitgehend leicht und stilgerecht - es fehlt ihm aber etwas die Eleganz. Manchmal hört man, wie schwer die Partie gerade zu bewältigen ist…

Der Chor ist der Hauptträger des Requiems und mein Favorit in der Aufnahme. Er besteht aus 30 semiprofessionellen Sängerinnen und Sängern, die hier sehr gut studiert, sauber und gut phrasiert singen. Dynamisch verfügt der Chor über eine große Bandbreite und gestaltet damit seine Partie abwechslungsreich und stilgerecht.

Leider klingen die Frauenstimmen in den Höhen zuweilen angestrengt und auch ein bisschen verhaucht. Auch könnte man manche Läufe noch etwas leichter nehmen.

Die Männerstimmen des Chores treffen im Tractus, der an den gregorianischen Gesang anknüpft, sehr klangschön und homogen den Ton und singen diesen a-cappella-Satz geradezu hinreißend.

Man muss bedenken, dass diese CD das Ergebnis eines Konzert-Mitschnitts ist, der nicht in der Frauen-Kirche stattgefunden hat, sondern im Theater Gera, also für Chor und Chorleiter unter anderen Bedingungen als üblicherweise.

Fazit: Es lohnt sich durchaus, diese CD anzuhören und sich mit ihr zu beschäftigen!

Astrid Belschner, kulturradio

Weitere Rezensionen

Johann Friedrich Reichardt: Die Geisterinsel © cpo
cpo

Singspiel in drei Akten - Johann Friedrich Reichardt: "Die Geisterinsel"

Anm. Johann Friedrich Reichardt ist heute vor allem noch bekannt als Lied-Komponist, von ihm stammen zum Beispiel die Melodien zu Volksliedern wie "Bunt sind schon die Wälder" oder "Wenn ich ein Vöglein wär". Aber Reichardt hat auch Opern geschrieben, eine davon ist jetzt bei cpo erschienen, "Die Geisterinsel".

Bewertung: