Saint-Saens: Werke für Cello und Orchester © Naxos
Bild: Naxos

Orchester - Saint-Saëns: "Werke für Cello und Orchester"

Bewertung:

Die Cellokonzerte von Camille Saint-Saëns erfordern enorme Virtuosität. Bei Gabriel Schwabe sind die Werke deshalb in den besten Händen, sein Spiel bleibt auch in kompliziertesten Situationen behände und leicht.

Camille Saint-Saëns hat sein zweites Cellokonzert für Joseph Hollmann geschrieben. Der  gebürtige Niederländer war um das Jahr 1890 in Paris einer der bekanntesten Cellisten seiner Zeit, ausgestattet mit enormer physischer Präsenz.

Kraftprotz

Eine zeitgenössische Karikatur aus dem Jahr 1902 zeigt, wie Hollmann mit geschwungenem Schnauzbart und wilder Mähne ein geradezu winzig erscheinendes Cello bearbeitet. Vielleicht absolviert er gerade die zahlreichen Doppelgriffe, schnellen Läufe und weiten Sprünge in höchste Lagen, die Saint-Saens für seinen Freund in das zweite Konzert hineinkomponiert hat.

Klangkünstler

Mit Leichtigkeit absolviert der Berliner Cellist Gabriel Schwabe die technischen Höchstleistungen des zweiten Konzerts, verliert dabei nie seinen erlesenen Ton. Der entstammt  einem um das Jahr 1600 in Brescia gebauten Instrument. Dieses Cello hat für Gabriel Schwabe ein "sehr besonderes Klangprofil, das ich so noch bei keinem anderen Instrument erlebt habe. Der Klang ist kernig, ohne dabei hart zu werden oder die Wärme zu verlieren und entwickelt in der Tiefe eine Rauchigkeit, die ich sehr schätze. Nach oben hin strahlt es im schönsten Rotgold."

Die originellen Orchester-Klangfarben der Konzerte arbeitet der Dirigent Marc Soustrot mit dem Malmö Symphony Orchestra differenziert heraus. Der in Lyon geborene französische  Maestro erweist sich auf diesem Album einmal mehr als Spezialist für die Orchesterwerke von Camille Saint-Saens.

Eleganz

Neben den beiden Konzerten und einigen schönen Zugaben -  die "Romanze op. 36", das "Allegro appassionato op. 43"  und "Der Schwan"aus dem Karneval der Tiere - präsentiert die CD auch die Suite in d-Moll,  die Saint-Saëns 1919 komponiert hat. Der Komponist greift hier verschiedene Tänze wie "Tarantelle" und "Gavotte" auf, die von den Musikern noch einmal in vollendeter Eleganz dargeboten werden.

Hans Ackermann, kulturradio

Weitere Rezensionen

Luigi Cherubini: Requiem in C minor
Rondeau; Montage: rbb

Chor - Luigi Cherubini: Requiem c-Moll

Der Kammerchor Dresden hat unter der Leitung von Frauenkirchenkantor Matthias Grünert und zusammen mit drei Solisten und dem Philharmonischen Orchester Altenburg-Gera Trauermusiken von Luigi Cherubini herausgegeben: das Requiem in c-Moll, einen Trauermarsch und den "Gesang über den Tod von Joseph Haydn".

Bewertung:
Mozart: Il sogno di Scipione © Signum Classics
Signum Classics

Oper - Mozart: Il sogno di Scipione

Nicht alles, was Mozart komponierte, ist genial. Besonders im Frühwerk finden sich viele routinierte Gelegenheitsarbeiten. Ist da trotzdem noch was zu retten? Ja! Findet eine enthusiastische britische Opern-Truppe – und hat Recht.

Bewertung: