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Seit 40 Jahren gehören sie zu den wichtigsten linken Liedermachern der Republik, jetzt kann man sie in dem Film Wader Wecker Vater Land gemeinsam im Kino erleben: Konstantin Wecker und Hannes Wader.
Der Münchner Regisseur Rudi Gaul, Jahrgang 82, gehört zu einer Generation, die noch gar nicht geboren war, als Wader und Wecker ihre größten Erfolge feiern konnten. Ohne nostalgische Verklärung und ohne schwärmerische Anbiederung zeigt er die beiden auf ihrer gemeinsamen Kein Ende in Sicht-Tour. Herausgekommen ist eine Mischung aus Konzertfilm, zeitgeschichtlicher Dokumentation und biografischem Doppelporträt.
Unterschiedlichkeit der Charaktere
Seine größte Spannung bezieht der Film aus der Unterschiedlichkeit der Charaktere: Auf der einen Seite der nüchterne, spröde Westfale Wader, auf der anderen Seite Wecker, der bayrische Genussmensch. Gemeinsam haben sie eigentlich nur ihre politischen Überzeugungen: Die Sehnsucht nach einer sozial gerechten, möglichst herrschaftsfreien Gesellschaft, in der niemand wegen seiner Herkunft oder seiner politischen Überzeugung diskriminiert wird.
Auch die Karriere-Abstürze und die großen biografischen Brüche der beiden Sänger werden nicht ausgeklammert in diesem Film: die Kokainsucht von Konstantin Wecker, der deswegen Mitte der 90er Jahre zu einer längeren Gefängnis-Strafe verurteilt wurde, genauso wenig die Mitgliedschaft von Hannes Wader in der Kommunistischen Partei und sein jahrelanger Flirt mit dem real existierenden Sozialismus in der DDR.
Mit Liedern die Welt verbessern
Die beiden Männer, die da im Sommer 2010 gemeinsam auf der Bühne stehen, sind keine Gescheiterten, auch keine Geläuterten. Vielmehr zwei große Künstler, die es geschafft haben, sich und ihre Lieder immer wieder neu zu interpretieren. "Ich glaube nicht mehr daran, dass man mit Liedern die Welt verbessern kann" sagt Wader an einer Stelle, als die beiden im Zugabteil ihrem nächsten Auftritts-Ort entgegenrollen: Darauf Wecker: "Das mag sein. Aber ohne unsere Lieder wäre die Welt vielleicht noch ein bisschen schlechter".
Carsten Beyer, kulturradio