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Und dann der Regen ist eine spannende und dramaturgisch gut gemachte Film im Filmgeschichte, die eine Verbindung zwischen Geschichte und Gegenwart herstellt. Ein spanisches Filmteam reist nach Bolivien und will dort einen Spielfilm über Kolumbus drehen. Regisseur Sebastián (Gael García Bernal) freut sich auf die exotische Szenerie in dem Andenstaat, sein Produzent Costa (Luis Tosar) vor allem auf niedrige Produktionskosten und viele indianisch- stämmige Statisten, die für 2 Dollar am Tag zu allem bereit sind.
Dann aber brechen am Drehort in Cochabamba soziale Unruhen aus. Die indigene Bevölkerung macht mobil gegen eine anstehende Privatisierung der Wasserbetriebe - und ausgerechnet Daniel, der indianische Hauptdarsteller des Films (Juan Carlos Aduviri), ist einer der Anführer des Widerstands. Die Europäer müssen sich entscheiden: Stehen sie unbeteiligt daneben, wenn die Militärregierung wehrlose Menschen zusammengeschlagen und verhaften lässt? Oder nutzen sie ihren Sonderstatus und mischen sich ein, auf die Gefahr, dass das lange geplante Filmprojekt den Bach runter geht?
Die Wasserunruhen in Cochabamba, die Regisseurin Icíar Bollaín hier beschreibt, haben tatsächlich stattgefunden. Im April 2000 wurden mehrere tausend Menschen verhaftet. Es gab Tote und Verletzte. Bollaín will zeigen, dass es eine Parallele gibt zwischen der Ausbeutung der Indianer heute durch korrupte Politiker und global agierende Wassergesellschaften und der Ausbeutung der Indianer damals durch Columbus und seine goldgierigen Auftraggeber in Spanien.
Ein spannender und wichtiger Film
Ohne Pathos und ohne erhobenen Zeigefinger zeigt Bollaín ihre Protagonisten in einer existenziellen Situation, die ihnen allmählich über den Kopf wächst. Nur schade, dass sie am Ende ihren semi- dokumentarischen Ansatz verlässt und auf das große Drama setzt. So bekommt ein spannender und wichtiger Film zu guter Letzt doch noch einen etwas seifigen Beigeschmack.
Carsten Beyer, kulturradio