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Blutzbrüdaz erzählt die Geschichte zweier Freunde, deren Liebe zur Musik, vor allem zur Rap-Musik, sie seit Kindesbeinen verbindet. Ihr Traum: selbst einmal als Rapper auf der Bühne zu stehen. Doch mangelt es nicht an Talent, sondern an Geld und Kontakten. Der Mut zu träumen aber verleiht Flügel. Mit einem Kindermikrophon nehmen sie in der Wohnung von Eddies Mutter die ersten Songs auf: Es wird ein Demoband, das einschlägt wie eine Bombe. So sehr, dass ein Plattenmogul auf die beiden Jungs aufmerksam wird und ihnen einen Vertrag anbietet. Während Eddie bereit ist, sich den Vermarktungsstrategien zu beugen und das große Geld zu machen, hält Otis an seinen eigenen Vorstellungen fest, für die er bereit ist zu kämpfen. Es ist eine Frage der Zeit, bis die beiden sich entzweien ...
Rap-Musik und das damit verbundene Lebensgefühl
Die Geschichte von Otis ist eng an die Lebensgeschichte des deutschen Rappers Sido angelehnt, doch will der Film von Özgür Yildrim (von Fatih Akin und Oliver Berben produziert) keine Autobiografie sein. Er will das Berlin zu Beginn des neuen Jahrtausends zeigen. Zeigen, wie Rap-Musik entsteht und das damit verbundene Lebensgefühl. Deutlich wird, wie sehr die Texte und das, was diese Jungs erleben, miteinander verbunden sind. Dabei nimmt sich hier niemand zu ernst.
Sido, der Berliner Vorzeige-Rapper, der mit vier Goldenen Schallplatten mittlerweile weniger zum Untergrund als zum Mainstream gezählt werden muss, spielt – an der Seite seines Rap-Kollegen B-Tight – die Hauptrolle in Blutzbrüdaz. Er macht seine Sache bemerkenswert gut. Selbstironisch und gar nicht so böse wie man glaubt, sondern fast sanft und liebenswert, spielt er den Jungen Otis, der an seinen Werten festhält und sich aufrechten Ganges den Verlockungen der Plattenindustrie zu widersetzen weiß.
Ein musikalisches Lebensgefühl
Auch wer mit deutschem Hip-Hop noch nie etwas zu tun hatte, und sich über das Unwohlsein im Umgang mit der Sprache hinwegsetzt (die gefühlten 780 Male "Alter" machen es nicht gerade leicht), wird sich der Faszination und auch der Bewunderung für diese Musiker nur schwerlich entziehen können. Unter dem Strich unterhält der Film bestens und gewährt Einblick in ein musikalisches Lebensgefühl, das aus der Musikszene nicht mehr wegzudenken ist.
Christine Deggau, kulturradio