"Sully"; © Warner Bros. Pictures
Bild: Warner Bros. Pictures

Action & Drama - "Sully"

Bewertung:

Insgesamt ist das zwar nicht einer der ganz großen Filme von Eastwood, aber doch eine ganz gute Mischung aus Action und menschlichem Drama.

Es war eine Heldengeschichte, die um die ganze Welt ging: Am 15. Januar 2009 legte ein Vogelschwarm nur drei Minuten nach dem Abflug vom New Yorker La Guardia Flughafen beide Motoren einer Passagiermaschine lahm. Statt mitten in der Metropole zu crashen, gelang dem US-Airways-Piloten Cheffrey Sullenberger eine Notlandung auf dem Hudson River, alle 155 Passagiere überlebten unverletzt. Acht Jahre nach den Anschlägen auf das World Trade Center gab es statt einer Flugzeugtragödie ein Wunder zu feiern.

"Sully"; © Warner Bros. Pictures
© Warner Bros. Pictures | Bild: Warner Bros. Pictures

Zweifel & Ängste

Nun hat Clint Eastwood diese Geschichte verfilmt, mit Tom Hanks in der Titelrolle des Sully. Statt ein pathetisches Heldenepos zu liefern, beschäftigt sich der Film, der auf den unter dem Titel "Highest Duty" veröffentlichten Erinnerungen von Sullenberger basiert, mit den Zweifeln und Ängsten eines Mannes, der nicht als Held gefeiert werden will.

"Sully"; © Warner Bros. Pictures
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Nachwirkungen & Alpträume

Dabei nimmt die eigentliche Rekonstruktion der Ereignisse verhältnismäßig wenig Raum ein. Stattdessen thematisiert der Film vor allem die Nachwirkungen: die Alpträume des Piloten, in denen er das Drama immer wieder aufs Neue durchlebt. Die anschließende Rettungsaktion aus dem im Januar eiskalten Hudson River. Und vor allem die anschließende Untersuchung, die darauf abzielte, einen Schuldigen für die kostenintensive Bruchlandung zu finden.

Nachdem die Situation mit Flugsimulatoren durchgespielt wurde, geriet Sully Urteilsvermögen in die Kritik, eigentlich habe er doch nach La Guardia zurückfliegen können. Einerseits ist Sully also der Held, der 155 Menschenleben gerettet hat, andererseits wird ihm menschliches Versagen vorgeworfen, das ihn die Rente kosten könnte.

Katastrophen-Actionfilm & Psychokrimi

So ist "Sully" zugleich ein Katastrophen-Actionfilm, in dem der Absturz in Träumen und Simulationen immer neu durchgespielt wird, und ein Psychokrimi, in dem ein Unschuldiger zum Bösewicht gestempelt wird.

Dabei lebt der Film nicht zuletzt auch von der Menschlichkeit, Bescheidenheit und Integrität, die Tom Hanks in jede seiner Rollen trägt. Trotz seinem großen Ruhm gelingt es ihm immer noch mit einfachen Veränderungen wie weißem Haar und Schnauzer völlig anderes auszusehen und zu wirken. Als Teamplayer lässt er genügend Raum im Cockpit neben ihn für Aaron Eckhard als Co-Pilot. Nur Laura Linney hat die eher undankbare Rolle der besorgten Ehefrau zuhause am Telefon.

"Sully"; © Warner Bros. Pictures
© Warner Bros. Pictures

Insgesamt ist das zwar nicht einer der ganz großen Filme von Eastwood, aber doch eine ganz gute Mischung aus Action und menschlichem Drama, eine solide sympathisch und spannend erzählte Geschichte eines Helden wider Willen. 

Anke Sterneborg, kulturradio

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