Filmstill: Allied - Vertraute Fremde (Bild: Paramount Pictures/dpa)
Bild: Paramount Pictures

Thriller - "Allied - Vertraute Fremde"

Bewertung:

Die tollen Bilder zu Beginn lassen auf großes Kino hoffen – doch die Enttäuschung stellt sich schnell ein. Die Geschichte ist verworren und merkwürdig gewichtet. Als Spionagethriller ist "Allied" nicht spannend genug.

Auch wenn die Werbung suggeriert, bei dem neuen Film von Robert Zemeckis handele es sich um ein zweites "Casablanca" – diese Werbung täuscht. "Casablanca" mit Humphrey Bogart und Ingrid Bergman war "Casablanca". Unerreicht bis heute. Jeder Vergleich lässt "Allied" nur noch ärmer aussehen. Und darum geht es in diesem auf Hochglanz polierten romantischen Spionagethriller: Man schreibt das Jahr 1942. Für Max, einen Spion der Alliierten, ist Casablanca sein nächster Einsatzort. Hier wartet bereits Kollegin Marianne auf ihn – sie sollen sich als Ehepaar ausgeben und sich in den Kreis um den deutschen Botschafter einschleusen, um ihn dann zu töten. Schon während der Vorbereitungen werden sich Marianne und Max ineinander verlieben, nach vollbrachter Tat Marokko verlassen und nach England gehen, um hier eine Familie zu gründen. Doch die Idylle bröckelt, als Max’ Vorgesetzte Marianne verdächtigen, eine deutsche Spionin zu sein.

Geschichte mit Potenzial

Eine spannende Geschichte mit Potenzial: Ist sie eine Agentin oder nicht? Wird ihre Liebe bestehen? War alles nur ein Spiel? Doch Zemeckis gelingt es nicht, echte Spannung zu erzeugen und auch die zunächst als neues Traumpaar gehandelten Schauspieler Marion Cottilard und Brad Pitt spielen aneinander vorbei. Hier knistert nichts: Er, der ehemals schönste Mann Hollywoods: komplett ausdruckslos und blass. Sie, die schönste Europäerin Hollywoods: kalt und überkandidelt. Beide sind Marionetten einer behaupteten Leidenschaft.

Allein als Ausstattungsfilm überzeugend

Die tollen Bilder zu Beginn lassen auf großes Kino hoffen – doch die Enttäuschung stellt sich schnell ein. Die Geschichte ist verworren und merkwürdig gewichtet. Als Spionagethriller ist "Allied" nicht spannend genug. Als Romanze oder Melodram nicht glaubwürdig. Allein als Ausstattungsfilm ist "Allied" überzeugend.

Mond-Film geplant

Zemeckis (65) plant derzeit einen neuen Film mit Tom Hanks, der auf dem Mond spielen soll. "Major Matt Moore" basiert auf einer Actionfigur aus der Mitte der 1960er. Das klingt schon eher nach dem Zemeckis, der mit "Zurück in die Zukunft" oder "Forrest Gump" Filmgeschichte geschrieben hat.

Christine Deggau, kulturradio

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