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Drama - "Die Taschendiebin"

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Nach seinem englischsprachigen Film “Stoker” (2013) mit Nicole Kidman kehrt der südkoreanische Regisseur Park Chan-Wook mit seinem neuen Film nach Korea zurück. Grundlage ist der Roman "So lange du lügst" der britischen Autorin Sarah Waters.

Es geht um Gier, Hörigkeit, Intrigen und um Liebe. Angesiedelt in dem von Japanern besetzten Korea der 30er Jahre. Im Mittelpunkt stehen zwei Frauen: Hideko, die abgeschottet von der Außenwelt bei ihrem Onkel lebt, einem Liebhaber erotischer Literatur. Die andere ist ihre Magd Sookhee, die sie zu der Heirat mit einem Heiratsschwindler drängen soll, um über ihr Erbe verfügen zu können. Doch die Dinge entwickeln sich anders, die beiden Frauen verlieben sich ineinander.

Die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven

Gegliedert in drei Kapitel ist es dreimal dieselbe Geschichte, die uns erzählt wird aus unterschiedlichen Perspektiven. Jede Figur spielt ein Spiel, ist gleichzeitig aber gefangen in ihrer Rolle und sich dessen durchaus bewusst. Die sehr komplexe Erzählstruktur und die Vielschichtigkeit der Figuren sorgen für manches Überraschungsmoment. Es geht auch um festgefahrene Rollen wie die Hierarchie zwischen Mann und Frau.

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"Die Taschendiebin" © Koch Films

So dient Hidekos Bildung allein der Lust und dem Gewinn des Onkels: Sie muss seinen männlichen Besuchern erotische Literatur in der Tradition Marquis de Sades vorlesen, Dinge aussprechen, die sie selbst nie erfahren hat. Sie ist Werkzeug ihres Onkels. Wie die Magd Erfüllungsgehilfin des Betrügers ist.

"Die Taschendiebin" © Koch Films
"Die Taschendiebin" © Koch Films | Bild: © Koch Films

Ein Historien-Erotik-Abenteuer-Krimi

Beide Frauen aber finden gemeinsam die Kraft, sich dagegen zu stellen. Zu rebellieren. Da wiederum spielt die – sehr explizit gefilmte – Sexualität zwischen den beiden Frauen zunehmend eine Rolle. Auch wenn diese Szenen wie eine Männerfantasie wirken, stehen sie doch als intimer Gegenentwurf der beiden Frauen zu der männerdominierten Außenwelt.

Wer sich an diesem Blick nicht stört und auch nicht daran, dass der Film mit 140 Minuten viel zu lang geraten ist, bekommt einen sehr elegant gefilmten und raffiniert in Szene gesetzten Historien-Erotik-Abenteuer-Krimi mit tollen Schauspielern geboten.

Christine Deggau, kulturradio

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