Den Sternen so nah mit Asa Butterfield (Gardner) und Britt Robertson (Tulsa); © TOBIS Film GmbH
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Drama - "Den Sternen so nah"

Bewertung:

In Filmen wie "Hear my Song" oder "Hectors Reise" hat der britische Regisseur Peter Chelsom immer wieder ein besonderes Faible für überraschende Konstellationen und subversiven Humor zelebriert. Sein neuester Film kommt als Mischung aus Science Fiction, Drama und romantischer Liebesgeschichte daher.

Im Zentrum steht Gardner Elliott, ein Junge, der im Rahmen einer Weltraummission auf dem Mars geboren wird. Da seine Mutter bei der Geburt stirbt und sein unbekannter Vater auf der Erde lebt, wächst er mit vierzehn Wissenschaftlern in der Weltraumstation auf.

Sechzehn Jahre später ringt der Mars-Teenager mit den extremen Konsequenzen dieses abgeschirmten Lebens. Dank moderner elektronischer Kommunikationsmöglichkeiten nimmt er heimlich Kontakte zur Erde auf, mit dem Waisen-Mädchen Tulsa, die auch mit schwierigen Verhältnissen zu kämpfen hat.

Da er schlecht sagen kann, er lebe auf dem Mars, behauptet Gardner wegen einer seltenen Krankheit abgeschirmt leben zu müssen, plant aber zugleich eine Reise auf die Erde, um dieses Mädchen und seinen Vater zu suchen.

Den Sternen so nah mit Asa Butterfield (Gardner); © TOBIS Film GmbH
Asa Butterfield (Gardner); © TOBIS Film GmbH

Allerdings birgt das Erdenleben für jemanden, der ohne Schwerkraft auf dem Mars aufgewachsen ist, einige Risiken. Seine Organe sind den neuen Bedingungen nicht gewachsen, wodurch sein Erdenaufenthalt zu einem Wettlauf gegen die Zeit wird.

Tulsa spürt schnell dass mit diesem seltsamen Jungen, der immer ganz ungefiltert sagt, was er denkt, irgendwas nicht stimmt. Ihm fehlen die Erfahrungen mit menschlichem Verhalten, weshalb seine bemühten Nachahmungsversuche immer wieder auf entwaffnende Weise komisch und rührend geraten.

Asa Butterfield hat sich in Filmen wie "Der Junge im gestreiften Pyjama", "Hugo Cabret", und zuletzt "Die Insel der besonderen Kinder" zum Spezialisten für außergewöhnliche Lebensumstände entwickelt. In "Den Sternen so nah" spielt er seine Fremdheit auf der Erde mit reduzierter Mimik und unsicheren Schritten subtil aus, auf einem schmalen Grat zwischen linkischem Teenager und bizarrem Alien.

Die kühle Science Fiction im Weltraum wandelt sich im deutlich wärmeren Licht auf der Erde bald zur warmherzig bezaubernden Komödie über ein subversives Coming of Age unter extremen Bedingungen und zur zarten Romanze, die im letzten Twist auch noch eine berührende Vater-Sohn Geschichte offenbart. Da für Gardner alles neu und besonders ist, erscheint der irdische Alltag auch für den Zuschauer immer wieder in magischem Licht.

Anke Sterneborg, kulturradio

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