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Berlinale 2017 - "El bar"

Bewertung:

Der spanische Regisseur Álex de la Iglesia ist für schrill überdrehte Filme bekannt, in denen die Komödie oft ins Groteske kippt. Sein neuestes Werk El Bar geht dabei deutlich über die Schmerzgrenze hinaus.

Der spanische Regisseur ist für schrill überdrehte Filme bekannt, in denen die Komödie oft ins Groteske kippt. Sein neuestes Werk El Bar geht dabei deutlich über die Schmerzgrenze hinaus.

So wie schon in den früheren Wettbewerbsfilmen The Party und The Dinner geht es auch hier ums gesellige Zusammensein einer Gruppe von Menschen, in diesem Fall ein bunt zusammengewürfelter Haufen von Besuchern und Bediensteten einer ziemlich heruntergekommenen Bar in Madrid.

Als einer der Gäste die Bar verlassen will, wird er erschossen, einen zu Hilfe kommenden zweiten ereilt dasselbe Schicksal. Die erhoffte Hilfe von der Polizei bleibt aus. Im Gegenteil: Die Bar wird von außen abgeriegelt, um eine drohende Seuchengefahr einzudämmen.

Sobald das Personal und die Besucher realisieren, dass sie auf sich gestellt sind, setzt sich jeder rücksichtslos fürs eigene Überleben ein.

Quelle: Berlinale

Ein enervierender Film

Álex de la Iglesia verquirlt Motive von Luis Buñuels "Würgeengel" und diversen Belagerungs-Thrillern mit den Elementen schriller Horrorkomödien zu einer überdreht gesellschaftskritischen Farce. Die ganze Hässlichkeit des Menschen tritt zutage, von Handyabhängigkeit über Falschmeldungen zu Terrorismus und Diskriminierung flackert alles schlaglichtartig und neongrell auf.

Die Bar wird zum Sodom und Gomorrha, das sich bald in die Kanalisation verlagert, wo dann noch alle möglichen Unappetitlichkeiten ins Spiel kommen. Ein enervierender Film im trashigen Overdrive.

Einen Punkt gibt es für eine sehr liebevoll gestaltete Titelsequenz mit wuchernden Organismen, Schimmelkulturen und Käferarmeen.

Anke Sterneborg, kulturradio

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