Sage femme | Catherine Deneuve, Catherine Frot © Michael Crotto
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Berlinale 2017 - "Sage Femme"

Bewertung:

Ein liebenswerter Film

Martin Provost ist ein französischer Schauspieler, der in den 90er Jahren ins Regiefach gewechselt hat und in Autorenfilmen wie "Séraphine" und "Violette" bereits mehrfach sensible und zugleich starke Frauen ins Zentrum gestellt hat. In "Sage Femme" (französisch für Hebamme) setzt er diese Tradition fort. Catherine Frot spielt diese Claire als anpackende, mitfühlende, leidenschaftliche und herzliche Frau, die ihren Beruf als Hebamme liebt. Ein Anruf aus der Vergangenheit bringt Unruhe in dieses geerdete Leben, die Ex-Frau ihres Vaters taucht plötzlich aus dem Nichts wieder auf.

Sage femme | Catherine Deneuve, Catherine Frot © Michael Crotto
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Ein liebenswerter Film

Sie ist die Schuldige für das Zerbrechen von Claires Familie, die sich jedoch aus Mitgefühl aber doch zunehmend vereinnahmen lässt, womit auch bei ihr ein schmerzlicher Verarbeitungsprozess einsetzt. Gespielt wird diese mysteriöse Béatrice  (Deutscher Titel "Der Kuss von Beatrice") aus der Vergangenheit von der großen Catherine Deneuve, in deren Filmografie sich derzeit die subversiven Altersrollen häufen, etwa in "Das brandneue Testament" wo sie eine Liebesgeschichte zu einem Gorilla entwickelt, oder vor ein paar Jahren auf der Berlinale "Madame empfiehlt sich",  wo sie sich ins Nichts der Provinz absetzt. Souverän spielt sie mit den Tücken des Alters, während sie zugleich die Freiheiten genießt die damit einhergehen und veredelt einen ansonsten vor allem liebenswerten Film, der zu Recht nicht in der Konkurrenz um die Bären antritt.

Anke Sterneborg, kulturradio

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