Berlinale 2017 - "Testről és lélekről"

Bewertung:

"Testről és lélekről" – zu Deutsch "Körper und Seele" - ist ein schöner, sehr bildgewaltiger Liebesfilm mit zwei ungewöhnlichen Protagonisten.

Endre (Géza Morcsány) ist Leiter eines Schlachthauses in Budapest. Mitte 50 ist er, ein zurückhaltender Mann, dessen linker Arm nach einem Schlaganfall gelähmt ist und der mit den Frauen eigentlich schon abgeschlossen hat - behauptet er zumindest. Dann allerdings kommt eine neue Qualitätsprüferin in den Betrieb. Maria (Alexandra Borbély), eine junge Ärztin, die durch ihr eigenartiges Wesen zunächst überall aneckt. Sie redet nur das Nötigste, kapselt sich von den anderen Mitarbeitern ab und sitzt am Liebsten ganz allein im Kühlraum vor ihrem Computer.

Bei einem Routine-Test der Betriebspsychologin kommt heraus, dass sowohl Endre als auch Maria Nacht für Nacht denselben Traum haben – von zwei Hirschen, die sich im Winter in einem einsamen Wald begegnen und sich bei der Futtersuche helfen. Dieser ungewöhnliche Zufall bringt die Beiden einander näher. Von nun an erzählen sie sich von ihren Träumen. Sie verabreden sich sogar telefonisch, zu welcher Uhrzeit sie ins Bett gehen – damit sie zeitgleich träumen können. Und von den gemeinsamen Träumen ist es dann nicht mehr ganz so weit zu einer körperlichen Annäherung …

Bildgewaltig

"Teströl és Lélekröl" – zu Deutsch "Körper und Seele" - ist ein schöner, sehr bildgewaltiger Liebesfilm mit zwei ungewöhnlichen Protagonisten.

Neben der Wechselwirkung zwischen Traum und Realität beeindrucken hier vor allem die Bilder, die die ungarische Regisseurin Ildikò Enyedi ("Mein 20.Jahrhundert") gefunden hat. Fast jede Einstellung ist so sorgfältig durchkomponiert wie ein Gemälde. Auch die Schnittfolgen sind ganz bewusst gewählt: Menschen und Tiere gehen quasi ineinander über, bis irgendwann klar ist: Endre und Maria träumen nicht nur von den beiden Hirschen. Sie sind zwei Hirsche, zwei wilde Tiere im Schlachthaus des Alltags.

Carsten Beyer, kulturradio

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