Filmstill aus dem Film The Other Side of Hope, der im Wettbewerb der Berlinale 2017 läuft (Quelle: Berlinale/Sputnik Oy)
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Berlinale 2017 - "Toivon Tuola Puolen" (The Other Side Of Hope)

Bewertung:

"The Other Side Of Hope" ist Teil von Aki Kaurismäkis Flüchtlingstrilogie - Ein leidenschaftliches Plädoyer für ein offenes Europa.

Khaled (Sherwan Haji) ist ein syrischer Flüchtling, der nach längerer Odyssee durch Zufall nach Finnland gelangt - als blinder Passagier auf einem Kohlefrachter. Wikström (Sakari Kuosmanen) verkauft Hemden in Helsinki, möchte aber gerne mal etwas Anderes machen in seinem Leben. Also eröffnet er ein Restaurant in einer heruntergekommenen Gegend am Hafen. Eines Tages findet Wikström den schlafenden Khaled hinter seinen Mülltonnen und entschließt sich, ihm zu helfen: Er beschäftigt ihn in seinem Restaurant, er verschafft ihm gefälschte Ausweispapiere und er hilft ihm sogar, seine Schwester ins Land zu schmuggeln, die Khaled auf der Flucht aus Syrien aus den Augen verloren hat.

 

Filmstill aus dem Film "The Other Side of Hope", der im Wettbewerb der Berlinale 2017 läuft (Quelle: Berlinale/Sputnik Oy)
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Ein leidenschaftliches Plädoyer - für ein offenes Europa

 "The Other Side Of Hope" ist Teil von Aki Kaurismäkis Flüchtlingstrilogie – sechs Jahre nach seinem letzten Film  "Le Havre ". Dabei bleibt er sich als in seiner Filmsprache treu: Vom lakonischen Humor seiner Dialoge über die melancholische Musik und das bläulich – düstere Licht bis hin zur altmodischen Möblierung seiner Sets ist dieser Film ein  "typischer" Kaurismäki. Und doch erfindet sich der Finne auch in gewisser Weise neu -als politischer Filmemacher:  "The Other Side Of Hope" ist nämlich auch ein leidenschaftliches Plädoyer - für ein offenes Europa, für Mitmenschlichkeit, Hilfsbereitschaft und für die multikulturelle Gesellschaft

Aki Kaurismäki gibt Autogramme © Carsten Beyer
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Wunderbarer Beginn

Natürlich ist dieser Film ein Märchen, aber ein Märchen, das ein paar elementare Wahrheiten transportiert, die in den letzten Jahren leider oft in Vergessenheit geraten: Die Flüchtlinge in diesem Film sind keine finsteren Verschwörer und Terroristen, sie sind auch keine hilflosen Opfer, sondern sie sind ganz normale Menschen: Wenn sie traurig sind, weinen sie, wenn sie glücklich sind, lachen sie und in den Adern eines Syrers fließt genau das gleiche rote Blut wie bei einem Finnen. Es gibt eine wunderbare Szene gleich am Anfang des Films: Da kommt Khaled gerade von dem Kohle-Schiff, mit dem er geflüchtet ist. Das Gesicht noch ruß-verschmiert, die Kleidung zerrissen: Und was macht er als Erstes? Er schmeißt dem Straßenmusiker an der Ecke ein paar Münzen in den Hut. Besser kann man die zentrale Botschaft dieses Films in wenigen Sekunden gar nicht ausdrücken.

Carsten Beyer, kulturradio

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