"Worlds Apart" ©trigon-film
Bild: trigon-film

Drama - "Worlds Apart"

Bewertung:

Gebeutelt von politischer Korruption und wirtschaftlichen Krisen ist das moderne Athen eine Kriegszone, die auf der Berlinale ein fast fünfstündiger Dokumentarfilm in der Panorama Sektion erforscht hat.

Der griechische Schauspieler und Drehbuchautor Christopher Papakaliatis nähert sich der Krise in seinem zweiten Spielfilm "Worlds Apart" mit ganz anderen Mitteln. Er setzt weniger auf Konfrontation als auf Versöhnung und Liebe, auf die Kräfte des griechischen Gottes Eros.

"Worlds Apart" ©trigon-film
"Worlds Apart" ©trigon-film

Drei Liebesgeschichten

Nacheinander werden drei interkulturelle Liebesgeschichten in drei verschiedenen Generationen erzählt. In der ersten verliebt sich die griechische Studentin Daphne in den syrischen Flüchtling Farris. In der zweiten landet der griechische Familienvater Giorgos im Bett der blonden Schwedin Elise, nur um bald festzustellen, dass sie die Firma, in der er als Manager arbeitet, gesundschrumpfen soll. Schließlich treffen in der dritten Geschichte der deutsche Tourist Sebastian und die ältere griechische Hausfrau Maria im Supermarkt aufeinander.

Im Getriebe von Finanzkrise und Flüchtlingsdrama

Zwischen den Nähten und Ritzen dieser eng gezurrten Konstruktion dringt gelegentlich die explosive Stimmung auf den Straßen Athens durch, vor allem in der ersten Episode, die weitgehend auf den Straßen spielt, bei Demonstrationen und im Flüchtlingslager auf einem stillgelegten Flughafen, wo Daphnes Vater die Flüchtlinge, die er als Schuldige für den Niedergang seines Landes betrachtet, mit seinem Bürgerwehr-Lynchmob attackiert.

Jede Figur ist instrumentalisiert als Rädchen im Getriebe von Finanzkrise und Flüchtlingsdrama. Nur zwei Ausnahmeschauspielern gelingt es den klischeehaften Figuren emotionale Resonanz zu geben: Der amerikanische Oscar-Preisträger J.K.Simmons (Whiplash), der bizarrerweise einen deutschen Touristen und Geisteswissenschaftler spielt, der beharrlich die Stärken Griechenlands beschwört, mit seiner reichen Kultur und dem fruchtbaren Boden, und die  Liebe als verbindendes Element zwischen den verschiedensten Menschen

Und Tawfeek Barhom, der gerade in dem auf realen Ereignissen basierenden Feelgood-Märchen "Ein Lied für Nour" schon sehr berührend einen Palästinenser aus dem Gaza-Streifen gespielt hat, der in der ägyptischen Casting Show Arab Idol triumphiert. Auch hier gelingt es ihm in wenigen Szenen viel Seelentiefe zu verströmen.

"Worlds Apart" ©trigon-film
"Worlds Apart" ©trigon-film | Bild: trigon-film

Das Verbindende zwischen Menschen

Einerseits skizziert Christopher Papakaliatis die Finanz- und Flüchtlingskrise seines Landes mit ihren ganz unterschiedlichen Auswirkungen, mit kleinen Seitenhieben gegen die Korruption im Land und die Sparmaßnahmen, die ihm von Europa aufgezwungen werden. Doch statt Hass und Aggression zu schüren, setzt er auf das Verbindende zwischen allen Menschen, was ja im Grunde eine schöne Idee ist, hier aber allzu plakativ und geheimnislos ausgeführt ist.

Anke Sterneborg, kulturradio

Weitere Rezensionen

Vorwärts immer
DCM Filmdistribution; © BELLA

Thriller - "Vorwärts immer"

Eine Verwechslungskomödie, die 1989 in der DDR spielt und in deren Mittelpunkt Erich Honecker steht  - es gibt einiges, das auf den ersten Blick gegen diese Komödie sprechen könnte.

Bewertung:
"Logan Lucky", © Fingerprint Releasing
STUDIOCANAL

Gaunerkomödie - Logan Lucky

Mit der Gaunerkomödie "Ocean’s Eleven" landete der amerikanische Independent-Regisseur Steven Soderbergh 2001 seinen größten kommerziellen Erfolg. Drei "Ocean"-Filme gibt es mittlerweile, 26 Filme hat Soderbergh bisher insgesamt gedreht. Nun sein neues Werk: "Logan Lucky".

Bewertung:
"Einmal bitte alles"
filmschaft maas & füllmich GmbH

Komödie - "Einmal bitte alles"

Mit "Einmal bitte alles" präsentiert die Filmemacherin Helena Hufnagel ihren ersten Spielfilm. Darin geht es um die Mittzwanzigerin Isi, die die Uni gerade hinter sich gelassen hat, aber mit dem Leben einer Erwachsenen noch nicht allzu viel anfangen kann. Denn Isi hat noch Träume und die kollidieren mit dem, was ihr Umfeld so lebt.

Bewertung: